01.08.2021 11:40 |

In Maltschach

Bauernfamilie erntet Weizen wie anno dazumal

Eine alte Tradition pflegt Familie Seirer in Maltschach. Vom Onkel bis zum Neffen treffen sich alle jedes Jahr im Juli zur Weizenernte wie anno dazumal. Ein halber Hektar wird händisch abgearbeitet. Das Korn wird für die Hühner am Hof verwendet, das Stroh für die Kühe. Vor allem Benedikt (11) ist mit großem Eifer dabei. Der Schüler will einmal Bauer werden.

„Wir machen das fast jedes Jahr. Meine Eltern, mein Onkel und ich ernten händisch das Feld ab“, erzählt der elfjährige Benedikt Seirer, den mit seinem Onkel Gerhard auch eine große Liebe zu Tieren verbindet. Denn im Frühjahr retten die beiden – wie bereits berichtet – die Frösche vom Maltschacher See vor dem Tod auf der Straße.

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Das reife Getreide wird mit der Sense geschnitten, dann mit der Sichel zusammengeklaubt.

Benedikt (11) aus Maltschach

Dann werden die Garben gebunden. Je fünf Garben werden gemeinsam aufgestellt zum Trocknen und auf dem Feld zwei bis vier Wochen stehen gelassen. Dann kommt alles in den Stall zur Dreschmaschine. Das Stroh bekommen dann die Kühe, einen Teil der Körner die Hühner. „Da kommen wir dann zwei bis drei Monate damit aus“, berichtet der Schüler. Der andere Teil der Körner kommt aber auch in die Mühle. Und aus dem eigenen Mehl wird Brot gebacken.

Händisch eingesät
Im Herbst wird dann der Acker wieder umgebaut, und es wird sogar händisch eingesät, damit im nächsten Jahr wieder die Weizenernte mit der ganzen Familie durchgeführt werden kann.

Frösche retten, Tiere versorgen & Co.
Benedikt freut sich schon drauf. Im Stall hilft er beim Versorgen der Kühe, Ziegen, Enten und Hühner und freut sich über die Nester der Rauchschwalben. „Heuer haben wir schon die zweite Brut. Man muss ab und zu sogar den Kopf einziehen, wenn die Schwalben aus und einfliegen“, freut sich der Elfjährige, der im Herbst in die zweite Klasse des Gymnasiums Feldkirchen kommt. Über die Ferien hilft er fleißig am Hof, denn er will unbedingt Bauer werden. Und im nächsten Frühjahr wird er mit seinem Onkel auch wieder die Frösche retten.

Claudia Fischer
Claudia Fischer
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