Proteste:

Angst vor verseuchtem Wasser wegen Westbahn-Ausbau

Linz-LandEin Blick auf die Baustelle am Linzer Hauptbahnhof verdeutlicht es! Der vierspurige Ausbau der Westbahn bis Marchtrenk ist angelaufen. Die Flurschutzgemeinschaft Hörsching protestiert, fürchtete Einfluss aufs Grundwasser.

„Wir bereiten eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof vor. Im Zusammenhang mit der Umweltverträglichkeitsprüfung sind wir auf schwere Mängel gestoßen“, hat Hans Lughammer von der Flurschutzgemeinschaft Hörsching die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Westbahn-Strecke auf der bestehenden Trasse vierspurig ausgebaut wird.

Schwenk verhindern
Einen Schwenk Richtung Flughafen Hörsching (siehe Grafik) möchte er unbedingt verhindern: „Es droht die Zerstörung von sehr viel Natur und noch mehr Bodenversiegelung. Die einst angekündigte Direktanbindung des Flughafens wird es ohnehin nicht geben.“ Bei den ÖBB hält man an den Plänen fest, spricht von einer Anpassung der Streckenführung. Diese schaffe mehrere Vorteile, wie etwa die Aufhebung der Zerschneidung der Gemeinde Pasching.

„Fehleinschätzung“
Lughammer überzeugt das gar nicht. Er weist auf weitere Fehleinschätzungen hin. Für die Abwasserentsorgung müssen die ÖBB Rückhaltebecken schaffen. „Beim größten Becken in Breitbrunn liegt der Grundwasserspiegel bei nur zwei Metern unter der Erdoberfläche, in den Einreichplänen geht man von neun Metern aus. Das könnte schlimme Folgen haben. Ein verseuchtes Grundwasser und Keller unter Wasser drohen“, glaubt Lughammer.

Grüne enttäuschte
Bitter enttäuscht ist er nicht nur von den ÖBB, sondern auch von Verkehrsministerin Leonore Gewessler. „Als wir 2020 hörten, dass eine Grüne das Verkehrsministerium übernimmt, waren wir noch hoffnungsvoll. Doch eine Antwort von ihr auf unser Schreiben war der pure Hohn. Ihr ist nur der Ausbau der Zugstrecke wichtig, Details und der enorme Bodenverbrauch sind ihr egal.“

Mario Zeko
Mario Zeko
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Donnerstag, 23. September 2021
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