Analyse zur Person:

Landeshauptmann Stelzers Ecken und Kanten

Warum der Landeshauptmann nicht schwer zu zeichnen ist. Lässt das markante Aussehen Schlüsse auf den Charakter zu? Ein Sparschwein ist sein treuer Begleiter.

„Krone“: Thomas Stelzer haben Sie schon oft karikiert. Ist er schwer zu zeichnen?

Karikaturist Milan Ilic: Neeeiiin, der ist eigentlich gut zu zeichnen!


„Krone“: Warum denn? Er hat doch nichts wirklich Typisches an sich, oder?

Milan Ilic: Doch! Ein straffer, schlanker Körper, sportlich, ja. Slim Fit. Und markante Gesichtslinien.


„Krone“: Sie zeichnen manchmal seine Nase groß und kantig.

Milan Ilic: Obwohl sie in Wirklichkeit nicht so groß ist, aber doch dominiert. Der Nasenrücken beginnt irgendwie interessant. Und die Brille - der muss sorgfältig Brillenfassungen aussuchen, nicht alle passen auf eine solche Nase mit hohem Rücken.


„Krone“: Sagt denn so eine markante Nase - man möchte fast sagen, eine Cäsaren-Nase - auch irgendetwas über den Charakter aus?

Milan Ilic: Schon, ja. Ich lebe mit „Sammy“, meinem Zwergschnauzer, 24 Stunden am Tag, und ich beobachte unterschiedliche Charaktere bei Tieren und Besitzern. Ich möchte den Herrn Landeshauptmann nicht mit einem Vierbeiner vergleichen, aber hier denke ich an einen Foxterrier - der ist ein ausdauernder, starker Charakter, zielorientiert, der kann nicht verlieren. Der kann vielleicht draufgehen, aber sicher nicht aufgeben.


„Krone“: Sie begleiten Stelzer schon länger. Hat er sich verändert?

Milan Ilic: Als jüngerer Mensch hat er fast sanft ausgeschaut. Aber jetzt ist es anders, alles was man bei ihm merkt, sind nur Kanten und Ecken und tiefe Einschnitte im Gesicht und auch in der Stimme. Die ist ja ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit, aber die kann ich nicht zeichnen.


„Krone“: Also kein eher harmonisch-umgänglicher Mensch?

Milan Ilic: Das weiß ich nicht. Ich erinnere mich an eine Rede von ihm bei einer Nextcomic-Eröffnung. Eine der besten Reden, die ich je gehört habe. Die war kantig, die war von jemandem, der schmeichelt nicht dem Metier der Angesprochenen. Der macht sich nicht lächerlich, irgendwie von einem Berater vorbereitet und eingestellt. Der hat keine Berührungsängste und der kann es auch sagen, wenn es mal knapper wird mit den Förderungen und so.


„Krone“: Das war ja fast eine Hymne auf Stelzer. Sonst noch was Markantes bei ihm?

Milan Ilic: Naja, seine Körperhaltung, die ist immer gerade. Wie bei einem Baum. Der ist wie ein Brett. Das ist angeboren, der muss sich nicht zwingen oder das trainieren. Der ist einfach so.


„Krone“: Oft begleitet ihn - zeichnerisch - ein Sparschwein. Wegen seiner Null-Schulden-Politik vor der Pandemie?

Milan Ilic: Ja, das Sparschwein, das ist in den österreichischen Genen eingewachsen, und bei Stelzer besonders. Und reflektiert auch meinen persönlichen Standpunkt: Sparen ist guuut, Schulden machen ist nicht guuut.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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