24.07.2021 13:38 |

Tötete 20.000 Menschen

Grausamer Kriegsverbrecher gibt sich geläutert

Der Bürgerkrieg im westafrikanischen Staat Liberia hat zwischen 1989 und 2003 rund einer Viertelmillion Menschen das Leben gekostet. Einer der allerschlimmsten Kommandanten der Rebellen, die zahllose Gräueltaten begingen, war Joshua Milton Blahyi (Bild), der eigenen Angaben zufolge mindestens 20.000 Menschen grausam ermordete. Heute gibt sich der Kriegsverbrecher, der inzwischen Priester ist, geläutert. Und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, ehemaligen Kindersoldaten zu helfen, wieder in ein normales Leben zurückzukehren.

Der heute 49-jährige Blahyi - besser bekannt unter seinem Spitznamen „General Butt Naked“ (General Nacktarsch) - gilt wegen seiner mehrfach dokumentierten Opferungen und Kannibalismus-Rituale von Kindern als eine der gefürchtetsten und obskursten Persönlichkeiten des liberianischen Bürgerkrieges und wurde in der Presse oft als „bösester Mann der Welt“ tituliert.

Er habe sich verändert und geschworen, Erlösung zu finden, indem er ehemaligen, drogenabhängigen Kindersoldaten helfe, um so seine „teuflische Vergangenheit wieder gutzumachen“, sagt Blahyi. „Wir haben sie dazu gebracht, zu den Waffen zu greifen und Drogen zu konsumieren“, erklärte der Ex-Rebellenkommandant der Nachrichtenagentur AFP.

Missionsstation für Ex-Kindersoldaten gegründet
„Jetzt möchte ich diesen Fehler reparieren“, erklärte Blahyi und fügte hinzu: „Für mich sind diese Kinder Opfer und keine Täter. Normalerweise erkläre ich ihnen meine eigene Geschichte und bitte sie dann, meinem Beispiel zu folgen, indem sie ihr Leben Christus widmen und aufhören Drogen zu nehmen.“ Dafür hat er eine Missionsstation für ehemalige Kindersoldaten gegründet.

Wendepunkt in seinem Leben sei gewesen, dass ihm 1996 Jesus erschienen sei, als seine Hände voll mit Blut eines von ihm getöteten Kindes gewesen seien, sagt Blahyi. Jesus habe ihm gesagt, er solle aufhören, ein Sklave zu sein, sagt der Kriegsverbrecher, der den Spitznamen „General Nacktarsch“ erhielt, weil der nackt kämpfte, weil er glaubte, dass ihm das eine „spirituelle Kraft“ verleihe und unbesiegbar mache.

Ist überzeugt: „Gott hat mir Gräueltaten vergeben“
Er sei heute ein ganz anderer Mensch, sagt seine Frau, mit der er drei Kinder adoptiert hat. Seit Jahren sucht er auch seine Opfer und deren Angehörige auf. Das sei sehr hart. Doch Blahyi ist überzeugt, dass Gott ihm seine Gräueltaten vergeben und er in den Himmel kommen wird. „So steht es in der Bibel. Wer an Jesus glaubt, wird nicht gerichtet.“

Die Chance dafür, dass der Kriegsverbrecher je vor einem irdischen Gericht stehen und für seine bestialischen Taten verurteilt wird, ist indes gering. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ist erst für Verbrechen, die nach seiner Gründung geschehen sind, verantwortlich. Und ein Sondergericht, das durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates eingerichtet werden könnte, gab es bis dato nicht …

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