23.07.2021 15:08 |

Fallzahlen explodieren

Ärzte fordern „dringendes Umdenken“ von Johnson

Führende Mediziner haben den britischen Premier Boris Johnson zu einer raschen Umkehr seiner Corona-Politik aufgerufen. „Es ist Zeit für ein dringendes Umdenken, anstatt auf dem gleichen Weg zu bleiben“, sagte der Vorsitzende der British Medical Association, Chaand Nagpaul, am Freitag. Trotz massiv steigender Infektionszahlen gelten seit Montag in England fast keine Corona-Beschränkungen mehr, sogar Abstandhalten und Masken sind an vielen Orten freiwillig.

Diese Strategie führe zu „explodierenden Fallzahlen“ und deutlich mehr Patienten in den Krankenhäusern oder in Quarantäne, sagte Nagpaul. Die medizinische Versorgung sei gefährdet und nicht-dringende Behandlungen müssten verschoben werden. „Die Regierung muss aufwachen“, so Nagpaul.

„Virus erlaubt, durch das Land zu ziehen“
Die Zuspitzung der Situation sei eine direkte Folge der fehlenden Maßnahmen einer Regierung, „die dem Virus erlaubt, durch das Land zu ziehen“. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Großbritannien zuletzt bei 488 (Stand: 17. Juli).

Impfrate bei jüngeren Menschen deutlich niedriger
Bei der jüngsten Infektionswelle auf der Insel sind vor allem junge Erwachsene am stärksten betroffen. Gründe für die hohe Ansteckungsrate dürfte nach Ansicht von Experten unter anderem sein, dass die Impfrate bei jüngeren Menschen niedriger ist als bei den Älteren. In Großbritannien wurde streng nach Altersgruppen geimpft, angefangenen bei den Ältesten.

Knapp 60 Prozent der 20- bis 29-Jährigen haben erst eine Impfung bekommen. Hinzu komme, dass Menschen dieser Altersgruppe mehr soziale Kontakte pflegen als ältere Menschen.

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