Löst USA ab
China 2012 größter Lebensmittelmarkt der Welt
Indien dürfte demnach bis 2015 vom vierten auf den dritten Platz vorrücken, Russland vom siebenten auf den vierten Rang klettern und Brasilien seinen 2010 von Frankreich übernommenen fünften Platz halten. Bis 2015 wird das Volumen der Lebensmittelmärkte der sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China demnach auf insgesamt 2,2 Billionen Euro steigen bei einer Bevölkerung von mehr als drei Milliarden Menschen. Der japanische Lebensmittelmarkt - im vergangenen Jahr noch die Nummer drei - wird dagegen nach Einschätzung der Experten aus den Top-Fünf herausfallen.
China verfügt als bevölkerungsreichster Staat der Welt nicht nur über einen enormen Absatzmarkt, sondern ist auch unter den Produzenten von Agrarprodukten in vielen Bereichen bereits die Nummer eins, etwa bei dem Anbau von Reis, Getreide, Weizen, diversen Obst- und Gemüsesorten, sowie Kartoffeln. Außerdem verfügt China über den größten Bestand an Nutztieren, wie etwa Schweinen und Schafen, und damit über enormen Einfluss auf dem internationalen Agrarmarkt.
UNO: Lebensmittelkrise größte Herausforderung
Der rasante Anstieg der Lebensmittelpreise und die damit verbundene zunehmende Armut stellen in den kommenden Jahren eine der größten Herausforderungen für die UNO dar. Die Vereinten Nationen müssten sich in Zukunft noch mehr mit den Ursachen und Folgen höherer Lebensmittelpreise auseinandersetzen und ihnen aktiv entgegenwirken, sagte der UNO-Sondergesandte der Arbeitsgruppe zur globalen Lebensmittelsicherheitskrise, David Nabarro, am Freitag in einer aus Genf zugeschalteten Videopressekonferenz.
Die Vereinten Nationen wären zwar auf Lebensmittelkrisen besser vorbereitet und hätten ein besseres Verständnis von den Auswirkungen auf die Bevölkerung als noch vor drei Jahren. Doch seien zunehmend die Menschen der ärmsten Länder der Welt den starken Preisschwankungen gnadenlos ausgeliefert. "Wir sind sehr besorgt über die Anzahl der Familien, die schon jetzt kaum für Lebensmittel bezahlen können und weniger Mahlzeiten am Tag einnehmen als üblich", sagte Nabarro. "Die Situation ist sehr bedrohlich und wird sich weiterhin zunehmend negativ auf Frieden und Sicherheit auswirken".
40 Millionen Menschen betroffen
Neben politisch motivierten Unruhen und klimabedingten Veränderungen gefährden nach Angaben des Sondergesandten auch unzureichende Investitionen in die Agrarindustrie und in die Lebensmittelsicherheit das weltweite Wachstum und die soziale Stabilität. Die Preisschwankungen erschwerten es den Bauern zudem, geeignete Zeitpunkte für Kreditaufnahmen für Geräte zu finden, die ihre Produktion steigern würden. Über 40 Millionen Menschen seien direkt vom Anstieg der Lebensmittelpreise betroffen.
Die Vereinten Nationen erforschen in Zusammenarbeit mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) laufend die Ursachen und Auswirkungen der Lebensmittelknappheit.












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