14.07.2021 06:01 |

„Teneriffa-Zyklus“

Fälschungsprozess um Gemälde von Arnulf Rainer

Er hat mit großen Künstlern gearbeitet, wie John Lennons Witwe Yoko Ono oder Hermann Nitsch. Jetzt war der holländische Kunsthändler Rene Rietmeyer wichtigster Zeuge im Prozess um angebliche Fälschungen von Bildern des berühmten österreichischen Malers Arnulf Rainer (91).

Rainers Spezialität ist es, Fotos zu übermalen. Wie Rene Rietmeyer berichtet, habe er den Künstler 2010 bis 2014 in seinem Winterquartier auf Teneriffa (Spanien) mit Fotos als Grundlage für seine Malerei versorgt. Diese sind fast pornographisch, und Rainers langjährige Lebensgefährtin Hannelore Ditz hatte damit wohl wenig Freude. Diese Bilder stehen im Zentrum mehrerer Streitigkeiten.

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Einen Geldaustausch zwischen uns hat es nie gegeben.

Kunsthändler Rene Rietmeyer

Rietmeyer berichtete im Wiener Handelsgericht, dass Rainer auf Teneriffa sehr produktiv gewesen sein soll: „Er hat 2450 Bilder von mir übermalt, und als Dank bekam ich für meine Ausgaben 600 Kunstwerke geschenkt. Einen Geldaustausch zwischen uns hat es nie gegeben.“ Rietmeyer hatte nämlich Kosten, er bezahlte die zwei Models, die auf den Fotos zu sehen sind.

„Echt“ nur, wenn authentifiziert?
Diese 600 Gemälde aus dem „Teneriffa-Zyklus“ kaufte die Wiener Sammlerin Brigitte L. 2019 von Rene Rietmeyer. Im Wiener Handelsgericht wehrt sich die Frau, Anwalt Alfred Noll zur Seite, gegen den Vorwurf der Familie Rainer, sie würde mit gefälschten Bildern handeln. Wobei Rainers Lebensgefährtin Hannelore Ditz in ihrer Zeugeneinvernahme erklärt hat, dass Bilder ihres Gefährten nur dann „echt“ seien, wenn sie von ihm authentifiziert und direkt verkauft würden. Dies sei hier nicht der Fall.

Für Rene Rietmeyer besteht kein Zweifel an der Echtheit: „Es gab jahrelang zwischen mir und Arnulf eine enge Zusammenarbeit. Ich habe ihn auch oft auf Teneriffa besucht und war teilweise an der Fertigstellung der Werke beteiligt. Einige der Bilder habe ich auch auf der Biennale in Venedig ausgestellt.“

Ein Strafverfahren gegen Rietmeyer wurde eingestellt. Zwei Bilder aus der Serie wurden kürzlich um 17.000 und 16.000 Euro verkauft, für Rainer-Gemälde ein ungewöhnlich hoher Preis. Der Fälschungsprozess wurde vertagt.

Peter Grotter
Peter Grotter
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