Junge Konsumenten

Kärnten wird von gefährlichen Drogen überschwemmt

Kärnten
15.02.2011 09:53
Kokain, Heroin und Co. – Kärnten hat ein Drogenproblem! Kripo-Ermittler kommen ihrer Arbeit kaum noch nach und die Konsumenten werden immer jünger. Sogar eine Elfjährige wurde im Vorjahr ertappt, wie sie sich bei Schwarzafrikanern mit Stoff eindeckte. Und auch die Drogen-Beschaffungskriminalität nimmt zu.

Sieben Kilogramm Heroin, mehr als drei Kilogramm Kokain und stolze 120 Kilogramm Marihuana haben im Jahr 2010 die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) bei Kontrollen und Hausdurchsuchungen in Kärnten sichergestellt: „Doch die den Dealern nachgewiesene Menge ist noch bei Weitem viel, viel größer!“, so Chefinspektor Werner Pissnig im Gespräch mit der „Krone“.

Konsumenten werden immer jünger
Wie viele Drogendealer und Konsumenten die Fahnder alleine im Vorjahr aufgegriffen haben, halten sie geheim. „Man kann sagen, dass alle Suchtgiftbereiche um mindestens zehn Prozent zugelegt haben“, bringt es LKA-Chef Gottlieb Türk auf den Punkt. Suchtgift gibt es in Kärnten überall. Kein Dorf, wo nicht geraucht oder gekokst wird. Das Erschreckende dabei: Die Konsumenten werden immer jünger und versuchen so ziemlich alles. „Viele wissen oft gar nicht, was sie alles einwerfen“, sagt Pissnig.

„Mephedron“ löst Ecstasy ab
So sind aktuell „Mephedron“-Pillen beliebt und lösen in der Party- und Nachtszene Ecstasy ab: „Der verbotene Pflanzendünger ist spottbillig, aber auch unglaublich gefährlich“, erklärt der Chefermittler: „Doch das stört die ,Giftler‘ nicht!“ Ebenso wenig, wie dass die Drogen, die Schwarzafrikaner in Klagenfurt verkaufen, tödlich sein können. „In Feldkirchen ist etwa ein junger Mann gestorben, weil die Dealer ohne Rücksicht geringe Mengen Heroin unters Kokain gemischt hatten, um ihn abhängig zu machen. Seinen drei Freunden konnten Notärzte gerade noch das Leben retten.“

Viele Süchtige werden zu Einbrechern
Wegen des Kärntner Drogenproblems ist es eine Strategie von LKA-Chef Türk daher, verstärkt im Suchtgiftmillieu zu ermitteln: „Unsere Analysen haben gezeigt, dass viele Einbrüche, Diebstähle und Raubüberfälle, etwa auf Wettcafés, nur verübt werden, damit die Täter Geld für die Drogenbeschaffung haben.“

von Hannes Wallner, Kärntner Krone

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