11.02.2011 21:19 |

ÖVP-Idee kritisiert

Offiziere: "Nur 5 Monate Wehrdienst wären absurd"

Die Offiziersgesellschaft ist bezüglich des Vorschlags aus der ÖVP, die Wehrpflicht auf fünf Monate zu verkürzen, skeptisch: Nur fünf Monate Wehrdienst wären "absurd", da könne man das Bundesheer gleich abschaffen, erklärte Präsident Eduard Paulus am Freitag. In der Causa Entacher ist indes noch kein Bescheid zur Abberufung des Generalstabschefs ergangen, hieß es im Verteidigungsministerium.

"Denkbar" wären für Paulus hingegen fünf Monate Ausbildung und insgesamt vier Wochen Übungen, verteilt auf mehrere Jahre. Fünf Monate ohne Übungen wären "noch dünner als jetzt", meinte Paulus. Man brauche eine "tiefgreifende Reform" des Bundesheers, darin seien sich alle einig. Diese Reform müsse aber zu Übungen führen. Vorstellen kann sich Paulus etwa, dass es nach einer fünfmonatigen Ausbildung vier einwöchige Übungen gibt, mit dem 25. Lebensjahr könnte dann Schluss sein.

Ähnlich sieht das die Bundesvereinigung der Milizverbände: Allein fünf Monate Dienst wären "absolut undurchführbar", "absurd" und ein "Unsinn", sagte Präsident Michael Schaffer. Machbar wäre ein Modell "5+1", sprich, ein Monat könnte verteilt auf beispielsweise fünf bis sieben Jahre für Übungen verwendet werden.

Vorschlag geht auf Erwin Pröll zurück
Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hatte vergangene Woche gemeint, er könne sich "eine Verkürzung des Wehrdienstes zum Beispiel auf fünf Monate gut vorstellen". Dafür müsse dann die verbliebene Zeit "tatsächlich mit einer exzellenten Ausbildung ausgefüllt werden". Die Salzburger ÖVP hatte zuvor eine Wahlmöglichkeit zwischen Wehrdienst und Zivildienst vorgeschlagen. Die Zahl der Rekruten solle auf 15.000 beschränkt sein - diese sollen fünf Monate lang dienen und danach einen Monat Waffenübungen (aufgeteilt auf insgesamt drei bis vier Übungen alle zwei Jahre) absolvieren.

An den Ende Jänner von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) abgesetzten Generalstabschef Edmund Entacher ist indes noch kein Bescheid zur Abberufung bzw. eine neue Verwendung ergangen, wie ein Sprecher des Ministers auf Anfrage mitteilte. Dies werde binnen zwei Monaten, der gesetzlichen Frist, passieren. Unabhängig davon kann der Posten neu ausgeschrieben werden, was "in den nächsten Wochen" geschehen werde. Für die endgültige Nachbesetzung muss dem Ministerium zufolge Entachers Bescheidverfahren inklusive möglicher Einsprüche bis zum Verfassungsgerichtshof abgewartet werden.

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