29.06.2021 22:07 |

Berichtete über Parade

Ankara: Proteste nach Festnahme von Pressefotograf

In Istanbul ist ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, der am Samstag über eine verbotene Pride-Parade in der türkischen Metropole berichtet hatte, vorübergehend festgenommen worden. Journalistenkollegen versammelten sich am Dienstag in Istanbul, um gegen die brutale Festnahme zu protestieren. Auch in der Hauptstadt Ankara kam es zu einer Kundgebung gegen die Angriffe auf die Pressefreiheit.

Der preisgekrönte Fotojournalist Bülent Kilic war am Samstag am Rande der LGBTI-Parade auf den Boden gedrückt worden. Polizisten drückten mit ihren Knien auf seinen Rücken und sein Genick. Seine Kamera wurde beschädigt. Die Szenen erinnerten an die folgenschwere Verhaftung des US-Amerikaners George Floyd im Mai des Vorjahres im Bundesstaat Minnesota.

Kilic war nach seiner Festnahme stundenlang auf einer Istanbuler Polizeiwache festgehalten worden, bevor er am Abend wieder freigelassen wurde. Wegen des gewaltsamen Vorgehens erstattete er nach eigenen Angaben Anzeige gegen die beteiligten Polizisten.

AFP-Chef fordert „rasche Untersuchung“ des Vorfalls
Der EU-Botschafter in Ankara, Nikolaus Meyer-Landrut, erklärte am Dienstag, Gewalt gegen Journalisten sei „inakzeptabel“. AFP-Chef Fabrice Fries protestierte in einem Brief „aufs Schärfste“ gegen das Verhalten der Polizei und forderte die türkischen Behörden auf, „diesen Vorfall rasch zu untersuchen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit die beteiligten Beamten zur Verantwortung gezogen werden“.

Nach Angaben der türkischen Journalistenvereinigung sagte der Istanbuler Gouverneur Ali Yerlikaya bei einem Treffen zu, eine „administrative Untersuchung“ gegen die beteiligten Polizisten einzuleiten. „Unsere Kollegen werden mit Gewalt konfrontiert, nur weil sie ihre Arbeit machen“, sagte die Leiterin der türkischen Journalistenvereinigung in Ankara, Esra Kocak Mayda. Der Türkei-Chef von Reporter ohne Grenzen (RSF / ROG), Erol Onderoglu, forderte die Regierung auf, „den staatlichen Sicherheitskräften klare Anweisungen zu geben, diese inakzeptable und unfaire Behandlung zu beenden, bevor es zu spät ist“.

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