25.06.2021 07:14 |

Botschaft an ÖFB-Team

Dino Zoff: „Zeigt auch gegen Italien euren Mut“

Dino Zoff holte als einziger Kicker der „Squadra Azzurra“ den Titel bei einer WM und EM. Der frühere Goalie plauderte mit der „Krone“ über den morgigen Schlager, unser Team und seine Favoriten. Seine Botschaft an das ÖFB-Team: „Zeigt auch gegen Italien euren Mut!“

„Krone“: Herr Zoff, was erwarten Sie sich vom samstägigen Achtelfinal-Duell in London?
Dino Zoff: Ich erwarte mir, dass Italien seine sehr gute Verfassung beibehält, auf dem Papier sind wir klarer Favorit. Wie gesagt, auf dem Papier. Doch auch Österreich hat bislang gute Figur gemacht. Ich bin ein Sportsmann, der vor jedem Spiel sagt: Schauen wir, was auf dem Platz passiert.

Hat Sie Italien in der Gruppenphase überrascht?
Nein, weil sie seit 1 Jahren genauso überzeugend auftreten. Ich schaue immer auf die Zahlen, das ist das, was im Fußball zählt. Italien spielt schön, effizient und hat eine gute Balance. Bei jenem Italien, das im ersten Match die Türkei mit 3:0 schlug, hätte auch ich im Tor stehen können. Nein, Scherz. Aber die Türken sind da wirklich nie gefährlich vors Tor gekommen.

Welchen Eindruck hatten Sie bislang von Österreich?
Ich habe einige Ausschnitte von ihren Matches gesehen. Ich würde sagen, dass sie mich überrascht, es gegen die Ukraine richtig gut gemacht haben. Daher sage ich: Zeigt auch gegen Italien euren Mut.

Wer sind Ihrer Meinung nach die besten Spieler Österreichs bei dieser EURO?
Ich will hier keine Rangliste erstellen. Weil ihr eine gute Mannschaft unter mehreren Gesichtspunkten habt. Ich denke, dass das Wichtige bei euch nicht ein Spieler, sondern das Team ist. Natürlich ist die Erfahrung von David Alaba in der Abwehr bei so einem Turnier ein bedeutender Faktor.

Sie haben mit Italien dreimal gegen Österreich gespielt - erinnern Sie sich an eine dieser Partien?
Ja, 1978 haben wir bei der WM in Argentinien dank eines Tors von Paolo Rossi gegen ein starkes Österreich mit 1:0 gewonnen. Ich erinnere mich auch an Herbert Prohaska, ein wichtiger Mittelfeldspieler, der sich stets in den Dienst seines Teams stellte. Auch während seiner Zeit in der Serie A hat er immer wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Nun beginnt das Achtelfinale. Wer sind für Sie die Favoriten bei der EURO 2020?
Ehrlich gesagt habe ich bislang nicht viele Teams gesehen, die sich als Favoriten aufdrängen. Ich denke jedoch, dass einer aus dem Quintett Frankreich, Belgien, Italien, Portugal und Deutschland das Rennen machen wird. Italien kann es schaffen, wenn es weiter so intelligent spielt.

Was sagen Sie generell zum Turnier mit seinen elf Austragungsstädten?
Der Modus mit elf Stadien gefällt mir nicht - mit diesem Wandertum kann ich nichts anfangen. Ich bleibe ein Anhänger des alten Formats. Ein Austragungsland, maximal zwei, die zugleich aneinandergrenzen - das genügt völlig. Man muss für eine EURO nicht quer durch Europa reisen.

Christian Reichel, Kronen Zeitung

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