29.01.2011 20:20 |

Freude währte kurz

Minister-Chauffeur überfällt Bank wegen Spielsucht

Weil ihm die Spielschulden über den Kopf wuchsen und deshalb sein Haus in Niederösterreich versteigert werden sollte, ist ein Minister-Chauffeur zum bewaffneten Bankräuber geworden. Doch die Freude über den Geldsegen währte nicht lange - bereits wenige Stunden nach dem Coup klopfte die Polizei an seine Tür.

Hoch geachteter Bundesbeamter, verheiratet, zwei erwachsene Kinder: Für Friedrich K. (Name geändert) aus Gars am Kamp schien das Leben auf einer geraden Linie zu verlaufen. Sein Job als Chauffeur im Wirtschaftsministerium bescherte dem 48-Jährigen ein schönes Auskommen mit monatlich rund 2.000 Euro. In einer Sektion des Ministeriums am Stubenring war der Niederösterreicher als Fahrer tätig - von einfachen Botendiensten bis hin zur Beförderung höchster Beamter.

Seine Spielleidenschaft war es, die den als gewissenhaft bekannten Bundesbediensteten auf die schiefe Bahn geraten ließ. So soll der Waffenbesitzer und begeisterte Motorradfahrer aus dem Kamptal bereits am Mittwoch seinen Überfallplan geschmiedet haben, um aus der Schuldenfalle zu kommen. "Er wählte als Tatort die kleine Raika in Niederschleinz, nur 25 Kilometer von seinem Wohnsitz entfernt, und schlug am Freitag nach Dienstschluss kurz vor 15 Uhr zu. Zuvor brachte er noch zwei Kollegen nach Hause, um ein Alibi zu haben", so Chefermittler Helmut Burgsteiner vom Landeskriminalamt Niederösterreich.

Beute hinter Reifen in Garage versteckt
Der Beamte zog sich seine Motorradhaube über den Kopf, seine private Glock 19 mit 15 Patronen im Magazin aus dem Halfter, bedrohte die Angestellten in der Bank und ließ sich Geld aus dem Tresor aushändigen. Doch als er nach dem Coup mit seinem privaten Mercedes floh, notierte eine Zeugin das Kennzeichen - das Ende seiner kurzen kriminellen Laufbahn.

"Als wir ihn befragten, blieb er erstaunlich zuvorkommend und locker. Er willigte sogar in eine Durchsuchung ein. Als wir das Geld im Karton hinter einem Reifenstapel fanden, wurde er aber doch ziemlich bleich", so Burgsteiner weiter. Auch die Nachbarn fielen aus allen Wolken: "Ich bin erschüttert. Da kennt man jemanden 20 Jahre - da fragt man sich schon, was da los ist", so eine 66-jährige Anrainerin.

von Florian Hitz und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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