Nach EMA-Zulassung

Impfgremium empfiehlt Corona-Impfung ab 12 Jahren

Österreich
28.05.2021 22:18

Nach der Genehmigung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits ab einem Alter von zwölf Jahren einzusetzen, sprach sich nun auch das Nationale Impfgremium (NIG) dafür aus. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hatte am Freitag betont, eine Impfung für die Altersgruppe noch im Sommer möglich machen zu wollen.

Kinder werden laut der Stellungnahme entsprechend der Risikogruppen-Auflistung priorisiert, gesunde Kinder „absteigend nach Alter“. „Bis Covid-19-Impfungen für jüngere Kinder mit erhöhtem Krankheitsrisiko zur Verfügung stehen, muss dem Schutz des Umfelds besonders hohe Wichtigkeit und Vorrang hinsichtlich einer Covid-19-Impfung eingeräumt werden“, betonte das NIG. Die Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson sind derzeit für Personen unter 18 Jahren nicht zugelassen.

„Die Detailplanung der Impfung für diese Zielgruppe gemeinsam mit dem Bildungsministerium und den Bundesländern ist bereits weit fortgeschritten“, betonte Mückstein. „Jeder von der EMA zugelassene Impfstoff durchläuft ein präzises und verantwortungsvolles Prüfverfahren.“

Impfungen für Jugendliche sollen bald starten
Wenn die Impfung der Zwölf- bis 15-Jährigen mit Biontech/Pfizer von der EMA und vom NIG empfohlen werde, „ist sichergestellt, dass es sich dabei um einen hocheffektiven, sicheren und ausgezeichneten Impfstoff handelt“, erläuterte der Gesundheitsminister. „Wir haben das Ziel, dass bis Ende August eine möglichst große Anzahl Kinder und Jugendlicher zwischen zwölf und 16 geimpft sein soll“, hatte er bereits zuvor angekündigt.

Gesundheitsminister Mückstein möchte auch seine Töchter mit einem zugelassenen Impfstoff impfen lassen. (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Gesundheitsminister Mückstein möchte auch seine Töchter mit einem zugelassenen Impfstoff impfen lassen.

Impfung soll Präsenzunterricht ermöglichen
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) freute sich ebenfalls über die Zulassung. „Die Impfung ist eine Option und zugleich die wichtigste Maßnahme, die Verbreitung des Virus zu verhindern“, betonte der Minister. „Impfen bedeutet Schutz vor einer Erkrankung und die Verhinderung der Ansteckung. Impfen bedeutet zudem mehr Sicherheit im Sommer und ermöglicht einen dauerhaften Präsenzunterricht im Herbst.“

Rendi-Wagner: „Richtige Entscheidung“
„Ich halte es für die richtige Entscheidung, weil die bisherigen Daten mal sagen, dass die Impfung sicher ist bei Kindern“, sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner im Gespräch mit dem TV-Sender „Puls 24“. Das Allerwichtigste sei „die Impfstoffsicherheit, dass die Kinder hier keinem Risiko ausgesetzt sind“. Erfreut zeigte sich auch NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker in einer Aussendung: „Es fällt jedes Argument zur Einschränkung des Schulbetriebs weg. Damit können sich Schulen wieder befreit von Masken, Tests und Schichtbetrieb auf ihre Hauptaufgabe - die Wissensvermittlung - konzentrieren.“

Mit der Empfehlung erhöht sich der Anteil der impfbaren Bevölkerung beträchtlich. (Bild: AFP)
Mit der Empfehlung erhöht sich der Anteil der impfbaren Bevölkerung beträchtlich.

FPÖ weiter gegen Impfung von Kindern
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl sprach sich in einer Aussendung gegen Impfungen von Kindern aus. „Schule und Freizeitgestaltung müssen wieder ohne jegliche Einschränkungen möglich sein“, forderte er davon unabhängig ebenfalls.

Impfstoff laut EMA sicher
Der zuständige EMA-Ausschuss hatte am Freitagnachmittag konkret eine Erweiterung der Zulassung des Biontech/Pfizer-Vakzins empfohlen. Bisher ist das Vakzin in der EU erst ab 16 Jahren zugelassen. Die Daten zeigten, dass der Impfstoff auch in der Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen sicher sei und die Wirksamkeit sei vergleichbar oder sogar besser als bei Erwachsenen, erklärte EMA-Impfstoffexperte Marco Cavaleri auf einer Pressekonferenz.

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