Falsches Bein weg

Pfusch-OP von Freistadt geht um die Welt

Von Berlin über Moskau, Peking, Melbourne, Toronto und New York - jetzt kennt die ganze Welt das Krankenhaus Freistadt in Oberösterreich. Denn die verpfuschte Operation, bei der irrtümlich das falsche Bein amputiert worden war, sorgt für internationale Schlagzeilen. Der 82-jährige Patient erholt sich inzwischen vom zweiten Eingriff.

Dem „Stern“ in Deutschland war die Nachricht nur eine achtzeilige Meldung im Online-Ticker wert, die „Bild“ brachte ein Bild von der Pressekonferenz in Linz, wo der ärztliche Direktor Norbert Fritsch selbst den Fehler am Tag der Entdeckung publik gemacht hatte.

Geografie-Nachhilfe
Auch in Kanada macht der Irrtum Schlagzeilen, hier gab man den Lesern der „Toronto Sun“ auch geografische Nachhilfe und verortete Freistadt „nahe der Grenze zu Tschechien“. Auch CNN übernahm die Story, ebenso der „Guardian“ in Australien und „People Magazine“ – gibt man in der Internet-Suche bei Google die Begriffe „falsches Bein“ und „Freistadt“ ein, gibt’s 86.400 Treffer, und versucht man es auf Englisch mit „wrong leg“ und „Freistadt“ immer noch 21.800 Meldungen.

Zweites Bein weg
Auf diese Aufmerksamkeit hätte das Spital Freistadt und besonders der Patient, dem inzwischen – wie berichtet – das zweite Bein amputiert worden ist, gerne verzichtet. „Dem Patienten geht es, den Umständen entsprechend, gut, er ist nicht in Lebensgefahr“, sagt Jutta Oberweger, Sprecherin der Gesundheitsholding.

Landeskriminalamt ermittelt
Inzwischen ermittelt das Landeskriminalamt OÖ, warum zuerst das „gute“ rechte und nicht gleich das linke Bein amputiert worden war. Bekanntlich soll die Ärztin das falsche Bein markiert und dann selbst amputiert haben.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Mittwoch, 22. September 2021
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