18.05.2021 07:54 |

Gastro, Kultur, Bäder

So kehrt Wien ins (fast) normale Leben zurück

Vom Wirtshaus über die Muckibude bis zur Hochkultur. Vieles haben wir in Wien ab Mittwoch wieder. Aber doch nicht ganz so wie früher. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Bereiche.

Fitness, Yoga und Tanz
In den Wiener Tanz-, Yoga- und Fitnessstudios fließt bald wieder der Schweiß. Die Wirtschaftskammer schätzt, dass so ziemlich alle Sportklubs demnächst hochfahren. „Die Betreiber wollen die Chance nutzen und beweisen, dass eine sichere Öffnung möglich ist“, heißt es aus der Kammer. Die 20-Quadratmeter-Regel macht es besonders den kleinen Studios schwer, wirtschaftlich zu überleben. Denn in ihren Räumen können dann nur sehr wenige Schüler unterrichtet werden. Das zahlt sich mitunter nicht aus. Die Kosten sind zu hoch. Hier sind kreative Lösungen gefragt: „Viele bieten nur Einzelunterricht an, da Gruppenstunden, wie sonst üblich, mit dem Platzangebot nicht umsetzbar sind“, sagt Rebekka Rom, Präsidentin der Tanzstudios Wien.

Theater und Museen
Vorhang auf nach einem halben Jahr Zwangspause. Die Wiener Theater-, Konzert- und Kabarettbühnen öffnen breitflächig, heißt es aus dem Rathaus. Über die Aufnahme des Spielbetriebs entscheidet aber jede Kultureinrichtung selbst. Größere Häuser müssen vor halb leeren Rängen spielen. Besucher erhalten den Sitzplatz zugewiesen, müssen FFP2-Masken tragen und den 3-G-Nachweis erbringen. Keine Testpflicht herrscht in Museen, Abstandsregeln sind aber einzuhalten. Ob Tickets vorab online gebucht werden müssen, obliegt dem Veranstalter.

Hotels und Unterkünfte
Ab Mittwoch entfällt die zehntägige Quarantänepflicht bei der Einreise nach Österreich. Doch der große Touristenansturm auf Wien lässt auf sich warten. Daher tastet sich die Branche nur vorsichtig vor. „Wir wissen, dass einige Hotels jetzt noch nicht öffnen“, sagt Markus Grießler, Tourismus-Spartenobmann der Wirtschaftskammer, gegenüber der „Krone“. Wichtig für die Häuser sei, dass der Grüne Pass in Europa zustande komme, um Reisefreiheit über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. „Die Hotels können die vorgegebenen Maßnahmen einhalten, aber auch die Reisenden brauchen Planungssicherheit“, so Grießler. Für Hotelgäste gilt beim Einchecken der „3-G-Nachweis“ (geimpft, getestet oder genesen). Danach ist alle zwei Tage ein kontrollierter Selbsttest durchzuführen. Dazu ein Tipp: Die „Alles gurgelt“-Aktion der Stadt (PCR-Test) steht auch allen Touristen kostenlos zur Verfügung.

Prater und Freizeit
Am Mittwoch startet der Prater in seine 255. Saison: Wie in der Gastronomie werden auch bei den Fahrgeschäften negative Tests, Impfzertifikate oder der Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung verlangt. „Es ist eine freiwillige Maßnahme der Unternehmer“, erklärt Praterverbands-Präsident Stefan Sittler-Koidl. Wer keinen Nachweis hat, für den stehen zwei Teststationen bereit. Im Freien gelten zwei Meter Abstand, in den Innenräumen eine Maskenpflicht. Der Sicherheitsdienst hat ein Auge auf Einhaltung der Regeln. Am 19. Mai öffnet auch der Böhmische Prater in Favoriten. „Bei uns gelten die gleichen Regeln“, so Unternehmer Ernst Hrabalek.

Freibäder
Selbst wenn es in Strömen regnet, am Öffnungsdatum wird nicht gerüttelt, bestätigen die Wiener Bäder. Am 19. Mai sperren 17 Sommerbäder und 11 Familienbäder auf. Zutritt gibt es nur für Genesene, Geimpfte und Getestete. Die Bäderampel und Tickets sind auch online unter wien.gv.at/baeder verfügbar. Wie im Vorjahr gilt auch heuer der reduzierte 1-2-3-Euro-Tarif sowie strenge Abstands- und Hygieneregeln. Auch das private Schönbrunner Bad ist am Mittwoch startklar.

Restaurants, Cafés und Bars
Überall dort, wo die Wiener einkehren, wird aufgesperrt. Einige Touristenlokale, speziell in der City, wollen aber ihre Türen noch länger zulassen, meint Wiens Gastro-Chef Peter Dobcak. Für die Gäste gilt in allen rund 9000 Wiener Gastro- und Kaffeehaus-Betrieben: Geimpft, getestet oder genesen. Jeder Gast wird registriert, die Daten nach 28 Tagen automatisch gelöscht. Nachtclubs bleiben zu. Einige Bars werden öffnen. Sperrstunde ist um 22 Uhr. Das Personal muss dreimal pro Woche getestet werden oder eine FFP2-Maske tragen. Nur ein Test wöchentlich, wie es der Bund verlangt, gilt nicht. Wien verschärft hier eigenständig die Vorgabe. Sparten-Obmann Markus Grießler startete am Montag mit der Verteilung der „Alles gurgelt“-Kits für Wirte und ihre Mitarbeiter. Bis Ende der Woche sollen eine halbe Million Stück verteilt sein. Die Betreiber können sich die PCR-Tests kostenlos in der Messe Wien abholen. Anmeldung via Wirtschaftskammer Wien.

Kronen Zeitung

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