12.05.2021 10:03 |

Hoffen auf Gäste

Reiselust steigt: Ruf nach klaren Regelungen

Nach Monaten des Lockdowns und der Ausgangsbeschränkungen haben viele Menschen Lust auf Urlaub. Österreich-Aufenthalte werden längst gebucht, Auslandsreisen hingegen noch kaum. „Wir merken, dass das Interesse da ist, aber die Leute warten ab“, so WKÖ-Reisebüro-Sprecher Gregor Kadanka. Die Reisewilligen warten auf die neuen Quarantäneregelungen und gegebenenfalls auch auf die eigene Corona-Impfung.

„Wenn alles funktioniert, werden wir vielleicht 40 Prozent von 2019 erreichen können“, hofft der Fachverbandsobmann in der Wirtschaftskammer Österreich auf ein Anspringen der Buchungen, sobald die Impfungen weltweit vorangeschritten sind und die Einreisebedingungen in das jeweilige Land klar sind. Im Jänner, Februar und März 2021 hatten drei Viertel der Reisebüros einer Branchenumfrage zufolge noch 95 bis 100 Prozent Buchungsrückgänge gegenüber dem ersten Quartal im Vorkrisenjahr 2019.

„Die Reisebürobranche hat ein fürchterliches Jahr hinter sich - das ist noch nie da gewesen, von der Dauer her und den globalen Auswirkungen hat das seit dem Zweiten Weltkrieg niemand gesehen“, hielt Kadanka rückblickend fest. „Momentan lautet die Prognose, dass wir nach und nach eine Erholung sehen werden - zunächst mal schrittweise in europäischen Ländern.“ Man sehe da doch jetzt Bewegung.

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Die Reisebürobranche hat ein fürchterliches Jahr hinter sich - das ist noch nie da gewesen, von der Dauer her und den globalen Auswirkungen hat das seit dem Zweiten Weltkrieg niemand gesehen.

WKÖ-Reisebüro-Sprecher Gregor Kadanka

Drängen auf neu Einreiseverordnung
„Ab 19. Mai gilt die neue Öffnungsverordnung, aber die ist wertlos, wenn nicht gleichzeitig ein neues Grenzregime kommt“, betonte der Branchensprecher. Die neue Einreiseverordnung müsse noch diese Woche kommen, denn auch die Beherbergungsbetriebe bräuchten eine entsprechende Vorlaufzeit. „Je länger wir warten, desto mehr versauen wir uns die Saison“, befürchtet der Obmann des WKÖ-Fachverbands, dem über 2300 Betriebe (Incoming-Büros, Reiseveranstalter, Reisebüros etc.) angehören.

Entscheidend seien die Einreisebedingungen in beide Richtungen - einmal am Zielort, einmal zurück zu Hause. „Beides muss lebbar sein - zweimal Quarantäne ist sicher nicht lebbar“, so Kadanka. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie etwa Südkorea, dem Vatikan oder Island muss man in Österreich derzeit - „egal woher aus dem Ausland man zurückkommt und egal ob man geimpft, getestet oder genesen ist“ - zehn Tage lang in Quarantäne, mit der Option auf ein Freitesten nach fünf Tagen. „Das verhindert jede Art von Tourismus“, räumte der Fachverbandsobmann ein. Demnächst soll die adaptierte Verordnung quarantänefreie Einreisen in Österreich für Geimpfte drei Wochen nach der ersten Teilimpfung bzw. für Genesene möglich machen. „Es wird noch immer verhandelt.“

Offene Hotels, aber keine Gäste?
Die neue Einreiseverordnung sei vor fast drei Wochen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angekündigt worden und müsse vor dem 19. Mai auf den Tisch. „Die muss so schnell wie möglich kommen, sonst sperren wir Hotels auf, und es kommen keine Gäste aus dem Ausland.“ Immerhin kommen 70 Prozent der Hotelgäste von außerhalb Österreichs. „Das ist jetzt der entscheidende Schritt“, wünscht sich Kadanka eine Verordnung „mit einer möglichst langen Liste von Ländern, wo man nicht in Quarantäne muss“. Andere Länder wie etwa Griechenland oder Italien seien da schon weiter als Österreich. Polen, Estland und Island hätten ihre Regelung sogar „schon seit Wochen“, Kroatien auch. Wenn hier endlich Klarheit herrscht, dürften auch die Auslandsbuchungen in den heimischen Reisebüros anspringen.

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