02.05.2021 09:58 |

Marienpilgerweg

Pilgern in Kärnten: 266 Kilometer mit Maria am Weg

2000 Kilometer lang sind die Pilgerwege in Kärnten. Der Marienpilgerweg, der vom Lavanttal bis ins Lesachtal 14 Marienkirchen verbindet, ist seit bereits zehn Jahren beliebt. Zehn Tage ermöglichen die Entschleunigung.

In Rom haben Werner Lexer und Franz Guggenberger die Peter-und-Paul-Kirchen besucht und überlegt, ob man nicht in Kärnten Marienkirchen für Pilger verbinden könnte„, erinnert Roland Stadler, der das Referat für Tourismusseelsorge leitet, Obmann der Arge „Pilgern in Kärnten“ und den „Krone“-Lesern auch von den Adventwanderungen bekannt ist. 2010 wurde der Verein Marienpilgerweg gegründet, 2011 die 266 Kilometer lange Strecke eröffnet.

Pilgern in Kärnten
Als der Weg noch gar keinen Namen hatte, ist Monika Gschwandner-Elkins ihn schon gegangen. Die Projektleiterin der Arge „Pilgern in Kärnten“ hat den Marienpilgerweg auch ausführlich in einer Broschüre beschrieben, denn die Pilger kommen auf den zehn Tagesetappen durch herrliche Natur, zu kunsthistorisch wertvollen Kirchen, Marienbildnissen und Sehenswürdigkeiten.

Marienpilgerweg
„Beim Pilgern gibt es nie ein einziges Motiv“, weiß Stadler. „Religiöse Sehnsucht macht 25 bis 30 Prozent aus. Der Rest ist Orientierungssuche, Entschleunigung, die Freude an Kultur und Begegnung.“ Kultur biete der Marienpilgerweg auch kulinarisch, führt er doch durch die Slow Food-Region. „Das Gehen und Denken haben schon die Peripatetiker verbunden“, erinnert Stadler an Aristoteles, der im Peripatos, dem Wandelgang, auf- und abgegangen sein und dabei gelehrt haben soll. Dass es sich im Gehen besser denkt, bestätigt auch die Hirnforschung. „Das Gehen ist unser Ur-Tempo, die Schrittgeschwindigkeit unser Maß. Pilgern ist aber kein Wellnessprogramm, sondern eine Herausforderung“, weiß Stadler, der körperliche Strapazen, Hitze, Sonnenbrand, Gewitter, Kälte, Umwege wegen Schlägerungsarbeiten, sich auflösende Schuhe und vieles mehr kennt.

Wer pilgert, wirft Ballast ab
Die Herausforderung beginnt schon vor dem Start, beim Packen des Rucksacks. „Wer das erste Mal pilgert, nimmt immer zu viel mit. Beim Pilgern wirft man Ballast ab - im zweifachen Sinn. Wie viel brauche ich zum Leben?“, erzählt Monika Gschwandner-Elkins, die mit Monika Suntinger gemeinsam das Jubiläumspilgern begleitet. An dieser viertägigen Fußwallfahrt von Maria Rojach bis Maria Saal können Interessierte noch tageweise teilnehmen (27. bis 30. Mai); Übernachtungen können wegen der Pandemie keine weiteren organisiert werden. Informationen: 0463/ 5877 2115. Für 16. bis 18. Juni und 22. bis 24. Oktober sind die weiteren Etappen des Marienpilgerweges geplant.

Dafür bekommt auch jeder einen Pilgerpass, in dem man auf Pfarrämtern, in Herbergen oder auf Gemeindeämtern Stempel sammelt, um das Heftchen zum Tagebuch einer ganz besonderen Reise zu machen, einer anstrengenden Wanderung von Maria Rojach nach Maria Luggau und einer intensiven Reise über Kurven, Umwege, Steilhänge, über Berg und Tal zu sich selbst.

Infos auch zum Marienpilgerweg gibt‘s hier und hier.

Christina Natascha Kogler
Christina Natascha Kogler
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