24.04.2021 15:34 |

Vor allem „Minijobber“

Corona-Krise kostete 1 Million Deutsche den Job

Mehr als eine Million Deutsche haben im Vorjahr ihre Arbeit verloren. Mehr als die Hälfte davon waren „Minijobber“ (geringfügig Beschäftigte, Anm.), wie aus einer Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. 477.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verloren demnach ihre Arbeit. Für geringfügige Beschäftigung schlug die Coronavirus-Krise im vergangenen Jahr mit einem Minus von 526.000 Arbeitsplätzen zu Buche.

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Demnach waren besonders Arbeitskräfte aus dem Gastgewerbe betroffen, also etwa aus den Bereichen der Hotellerie und der Gastronomie. Das waren bei „Minijobs“ und regulären Jobs rund 398.000 Menschen. Auch viele Menschen aus der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche sind arbeitslos geworden - hier waren es etwa 78.000 sogenannte Minijobber.

Vor allem Metall- und Elektroindustrie betroffen
Mit etwa 128.000 entlassenen regulär Beschäftigten machte das verarbeitende Gewerbe einen weiteren großen Block aus. Die meisten der hier Betroffenen arbeiteten in der Metall- und Elektroindustrie. Dabei müsse aber beachtet werden, dass diese Branche bereits vor der Corona-Pandemie von einem strukturellen Wandel gezeichnet gewesen sei, hieß es in dem Schreiben.

Grüne sprechen von „verfehlter Krisenpolitik“
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Deutschen Bundestag, Sabine Zimmermann, warf der Bundesregierung eine „verfehlte Krisenpolitik“ vor. Vor allem mit Kurzarbeit hatten Regierung und Bundesagentur für Arbeit den Arbeitsmarkt abgesichert. Zeitweise, im April 2020, waren fast sechs Millionen Menschen bundesweit in Kurzarbeit - das sind 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

„Das Instrument der Kurzarbeit ist ein löchriger Schutzschirm“, so Zimmermann. Besonders „Minijobber“ hätten keinen Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld. Die Linken-Politikerin forderte, „Minijobs“ in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln.

2,8 Millionen Arbeitssuchende im März
Jüngsten Zahlen der Arbeitsagentur zufolge gab es im März dieses Jahres rund 2,8 Millionen arbeitssuchende Menschen in Deutschland. Das waren etwa 492.000 mehr als im März 2019. In Kurzarbeit befanden sich im vergangenen Monat noch rund 197.000 Menschen. Rund eine Million Deutsche gelten als Langzeitarbeitslose.

Berechnet wurde der Corona-Effekt durch einen Vergleich der Arbeitsmarktzahlen seit Beginn der Pandemie im März 2020 mit den Zahlen ab März 2019. Ausgewertet wurden die verfügbaren Angaben für März bis September des vorigen Jahres. Für die Monate danach bis Dezember 2020 wurden Schätzungen verwendet.

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