24.04.2021 15:02 |

In Wiener Spital

Verschwundene Patientin: Zwölf Stunden lange Suche

Erst nach rund zwölf Stunden ist eine an Demenz erkrankte 86-jährige Patientin nach ihrem Verschwinden in einem Wiener Krankenhaus aufgefunden worden. Die betreffende Klinik Landstraße sieht sich nun mit dem Vorwurf der grob fahrlässigen Körperverletzung konfrontiert. Der Sohn der Patientin - er ist Anwalt - hat eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht.

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Die Frau wurde am 3. April mit Verdacht auf Schlaganfall in der „Stroke Unit“ der Neurologischen Abteilung der Klinik Landstraße stationär aufgenommen, berichtete das Magazin „profil“ in einer Vorab-Meldung am Samstag. Tags darauf verschwand die Frau gegen 20.30 Uhr spurlos. Am nächsten Morgen gegen 8 Uhr wurde die Frau schließlich aufgefunden - und zwar auf einer anderen Station ohne Betten. Die 86-Jährige war zudem verletzt, hatte sich offenbar im Zuge eines Sturzes eine Rissquetschwunde am Kopf sowie Hämatome zugezogen, hieß es.

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Es folgt einem standardisierten, stufenweisen Vorgehen. Das Ziel: die abgängigen Patientinnen und Patienten so schnell wie möglich wieder aufzufinden.

Eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGev)

„Abgänge leider keine Seltenheit“
Der Wiener Gesundheitsverbund (WIGev), zu dessen Verbund die Klinik Landstraße gehört, bestätigte den Vorfall gegenüber der APA - man bedauere den Vorfall und betonte dabei: „Abgänge von Patientinnen und Patienten sind auf einer neurologischen, offenen Bettenstation leider keine Seltenheit.“

Beim Verschwinden einer Person erfolge ein standardisiertes, stufenweises Vorgehen mit dem Ziel, die Person „so schnell wie möglich wieder aufzufinden“. Dieses sei eingehalten worden, versicherte man. Zunächst würde eine „interne Suche mit dem Personal“ erfolgen, „dann wird der Sicherheitsdienst verständigt und in der gesamten Klinik gesucht und dann die Polizei verständigt, um außerhalb der Klinik zu suchen“.

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Trotz ihres Sturzes wurde sie in der darauffolgenden Woche in gutem Zustand entlassen.

Der Wiener Gesundheitsverbund

Grund für Dauer des Auffindens nicht geklärt
In diesem Fall dauerte das Auffinden der Abgängigen mit knapp zwölf Stunden lange - warum, sei „leider“ nicht geklärt, erklärte eine WIGev-Sprecherin. Denkbar sei etwa, dass sich die Patientin beispielsweise im Haus bewegt haben könnte oder etwa auch weniger Personal in der Nacht für die Suche zur Verfügung stehe als tagsüber. Letzten Endes ging der Vorfall glimpflich aus. „Trotz ihres Sturzes wurde sie in der darauffolgenden Woche in gutem Zustand entlassen“, hieß es.

Laut der Anzeige verständigte die Klinik nach dem Verschwinden der Frau zwar die Polizei, allerdings nicht die Angehörigen. Auch wurde der Vorwurf laut, das Spital habe nicht genügend unternommen, um die Patientin zu suchen. Die diensthabende Oberärztin solle unter anderem erklärt haben, man könne ja nicht „in jedem Bett“ nachschauen, wie es in der Aussendung hieß.

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Es ist absolut inakzeptabel, dass eine Patientin, die sich in der Obhut eines Wiener Spitals befindet, dem Gesundheitspersonal verloren geht.

Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP

Harsche Kritik von VP und FP
Bestürzt über den Vorfall zeigte sich Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP. „Es ist absolut inakzeptabel, dass eine Patientin, die sich in der Obhut eines Wiener Spitals befindet, dem Gesundheitspersonal verloren geht. Auch fehlt es mir an Verständnis, dass die betagte Dame erst nach Stunden, noch dazu verletzt, wiedergefunden werden konnte“, so Korosec, die Aufklärung forderte. Von einem „unfassbaren Skandal“ sprach der Gesundheitssprecher der Wiener FPÖ, Wolfgang Seidl. Der Gesundheitsverbund müsse nun auch personelle Konsequenzen ziehen.

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