14.04.2021 16:13 |

Starb im Gefängnis

Milliardenbetrüger Bernie Madoff ist tot

Der berüchtigte Anlagebetrüger Bernie Madoff ist tot: Er starb im Alter von 82 Jahren in einem US-Gefängnis. Mit einem „Ponzi-Schema“ hatte Madoff weltweit Anleger, Stiftungen und Firmen um Milliarden betrogen - auch in Österreich. Laut Nationalbank hatten „Madoff-Opfer“ hierzulande 350 Millionen Euro verloren.

Der wegen eines der größten Anlagebetrugsfälle der Finanzgeschichte zu 150 Jahren Haft verurteilte US-Börsenmakler hatte noch versucht, aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Gefängnis freizukommen. „Ich bin sterbenskrank“, hatte er der „Washington Post“ im Februar des Vorjahres in einem Telefon-Interview gesagt. Madoff litt laut seinem Anwalt an einer tödlichen Nierenkrankheit.

Jetzt sei Madoff im Federal Medical Center in Butner im US-Bundesstaat North Carolina eines natürlichen Todes gestorben, erfuhr die AP am Mittwoch aus informierten Kreisen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters bestätigte den Tod.

Madoff gilt als Mastermind eines Finanzschwindels historischer Dimension. Er hatte sich 2009 in elf Anklagepunkten schuldig bekannt, darunter Betrug und Geldwäsche. Er hatte Investoren über Jahrzehnte vermeintliche Traumgewinne mit dem Geld neuer Anleger bezahlt. Als der Schwindel aufflog, verloren viele ihre kompletten Ersparnisse.

Auch in Österreich gab es „Madoff-Opfer“
Auch in Österreich gab es „Madoff-Opfer“, nämlich verhältnismäßig viele Personen, die Ansprüche bei Madoff geltend machten. Nur aus den USA, Deutschland, Frankreich und der Schweiz kamen mehr Fälle. Ab 2009 gab es im Madoff-Zusammenhang Ermittlungen rund um die frühere Wiener Bank Medici und deren Ex-Miteigentümerin Bank Austria. Die Bank verwaltete Fonds, über die Geld an Madoff floss. Laut Nationalbank verloren die Anleger hierzulande 350 Millionen Euro.

Die Familie von Sonja Kohn, Gründerin der mittlerweile nicht mehr existenten Bank Medici in Wien, verlor beim US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff 11,5 Millionen Dollar (damals 8,51 Millionen Euro). Die schwer von der Betrugsaffäre getroffene frühere Bank Medici war 1984 von der Bankerin Kohn gegründet worden. Die Investmentbankerin galt als brillante Netzwerkerin, die Madoff laut „Financial Times“ bereits in den 1980er-Jahren kennengelernt haben soll. Das Hauptgeschäft machte die Privatbank auch mit Fonds - mutmaßlich mehr als drei Milliarden Dollar wurden bei Madoff investiert. Bank Austria und Bank Medici zahlten schlussendlich 500 Millionen Dollar in den Madoff-Masse-Topf ein.

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