06.04.2021 14:20 |

Drohende Proteste

Nawalny-Gefängnis verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Aufgrund von angekündigten Protesten von Unterstützern des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat die russische Polizei nun die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Haftanstalt verschärft. Unter anderem wurde die Zufahrtsstraße gesperrt und vor dem Gefängnistor ein Kontrollposten aufgestellt.

Nawalnys Mitstreiter wollen ab diesem Dienstag vor dem Gefängnis in der Stadt Pokrow etwa 100 Kilometer östlich von Moskau Stellung beziehen, falls Nawalny keine medizinische Betreuung durch einen von ihm bestimmten Arzt erhält. Der Kreml erklärte, Nawalny werde wie jeder andere Häftling angemessen behandelt, falls er krank sein sollte. Zum Zustand des Oppositionellen wurden keine Angaben gemacht.

Nawalny im Hungerstreik
Nawalny hat angekündigt, seinen Hungerstreik fortzusetzen, obwohl sich sein Gesundheitszustand zuletzt verschlechtert habe. Neben Rücken- und Beinschmerzen leidet er nach eigenen Angaben inzwischen auch an Fieber und Husten. Drei Mithäftlinge seien wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Einem Zeitungsbericht zufolge wurde Nawalny auf eine Krankenstation verlegt und auf das Coronavirus getestet.

Heftiger Disput um Haft
Nawalny ist einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hatte 2020 einen Giftanschlag in Russland überlebt und war in Deutschland ärztlich behandelt worden. Bei der Rückkehr in seine Heimat im Jänner wurde er festgenommen und zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dies wurde international scharf kritisiert, die EU und die USA haben zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängt. Nawalny macht Putin persönlich für den Giftanschlag verantwortlich. Putin und die Regierung weisen eine Beteiligung zurück.

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