04.04.2021 07:17 |

Nächster Meilenstein

Raffl nach Jubiläum: „So heftig war es noch nie“

Als dritter Österreicher nach Thomas Vanek (1029 Matches) und Michael Grabner (640) knackte Michael Raffl vergangenen Donnerstag die 500-Spiele-Schallmauer in der NHL - in einer Saison, in der es bei seinem Klub Philadelphia drunter und rüber geht. Nach einem gelungenen Saisonstart im Jänner und passablen Leistungen im Februar brachen Raffl und Co. im März ein, verloren 11 von 17 Spielen. Auch der Start in den April endete in der Nacht auf Sonntag ohne Raffl mit einer Niederlage: 2:3 nach Penaltyschießen bei den New York Islanders. Mit der „Krone“ sprach der 32-jährige Villacher über...

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.. die 500-Spiele-Marke.
Ein Meilenstein. Es war immer mein Traum, in der NHL zu spielen, macht mich stolz, dass ich mich so lange gehalten habe. Nach dem ersten Spiel dachte ich: Jetzt kann kommen, was will, dieses eine kann mir niemand wegnehmen. Wie es sich entwickelt hat, ist unglaublich.

.. sein Debüt im Oktober 2013.
Ich erfuhr kurzfristig davon, bin im Trainingsanzug zum Spiel nach Detroit - die Teamkollegen reisten im Anzug an. Im ersten Shift beging ich gleich ein Foul, hatte da noch nicht einmal den Puck berührt. In Unterzahl kassierten wir auch gleich ein Tor, verloren letztlich 2:5. Heute kann ich darüber lachen, damals bin ich versunken, dachte, das war jetzt mein erster und zugleich letzter Shift.

.. acht Jahre NHL.
Sie haben mich als Spieler viel besser gemacht. Ich habe über die Jahre immer wieder aufs Neue gelernt, einen Weg zu finden, der Mannschaft zu helfen. Das hält einen dann so lange in der Liga.

.. die Saison 2021.
Die Erwartungen waren sehr hoch, der Start im Jänner ist geglückt. Nach der Corona-Zwangspause Ende Februar fanden wir nie mehr zurück, der März verlief sehr enttäuschend. Es bleibt wegen des dichten Spielplans im Training kaum Zeit für Korrekturen: Im März hatten wir 17 Spiele, nun im April 10 binnen 15 Tagen. Da ist es umso schwieriger, aus dem Tief raus zukommen.

... Druck.
Dieser ist heuer gewaltig. Wir verspüren ihn derzeit extrem von außen und machen ihn uns auch selbst, weil wir eine gute Mannschaft und uns daher viel mehr erwartet haben. Im März kamen auch noch vier richtige Abfuhren binnen zwei Wochen dazu - so heftig war es noch nie.

... den Spielplan.
Es ist ungewohnt, nur innerhalb der Divison gegen sieben Teams zu spielen - und zugleich schwierig, weil es die vermutlich schwierigste Division in der NHL ist. Andererseits haben wir jetzt, wo wir in der Tabelle zurückliegen, viel öfter die Chance, gegen direkte Konkurrenten Boden gut zu machen. Wir haben noch 20 Spiele im Grunddurchgang. Es ist alles drinnen.

... Reisestrapazen.
Diese fallen im Grunddurchgang weg, wir sitzen bei Auswärtsspielen immer weniger als zwei Stunden im Flieger. Doch dieses Jahr ist auch schwieriger, weil wir viel mehr von zu Hause weg sind, als man denkt. In den vergangenen Jahren blieb mehr Zeit, weil es immer wieder mal vorkam, dass wir nach langen Trips ein paar Tage frei hatten. Das fällt heuer weg.

.. über Corona.
Ich hatte es schon im November und zum Glück kaum gespürt, mit mildem Verlauf und einen Tag Fieber. Wir werden täglich, bevor wir in die Halle kommen, getestet, überall herrscht Maskenpflicht.

... den Alltag in Philadelphia.
Es wird in den USA sehr viel geimpft, man merkt, dass immer mehr die Normalität zurückkehrt. Fans dürfen wieder in die Halle, bei unseren Heimspielen inzwischen über 3000. Am Wochenende werden in der Stadt abends einzelne Straßen gesperrt, wo man dann vor den Restaurants im Freien essen kann. Es schaut derzeit besser aus als in Österreich.

... Verletzungen.
Dieses Jahr ist eines der schlimmmsten. Permanent tut irgendwas weh. Im Februar habe ich einen Schuss auf die Hand bekommen, die Verletzung konnte ich bis heute nicht wirklich auskurieren.

... die Zukunft.
Ich denke, dass ich als Spieler noch einige Jahre vor mir habe - ob in der NHL oder zu Hause, wird sich zeigen. Ich mache mir da keinen Stress.

... seine Familie.
Unser zweites Kind kam im November in Villach zur Welt. Es war dann durch Corona alles andere als leicht, die Familie nach Philadelphia zu bekommen. Das US-Konsulat in Wien war geschlossen, daher hat es mit dem Visum etwas gedauert. Inzwischen sind aber alle drei hier, ich genieße jede freie Minute mit ihnen. Erst wenn man Kinder hat, merkt man, wie schnell die Zeit vergeht.

Christian Reichel, Kronen Zeitung

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