30.03.2021 15:36 |

Bei 7. Coup gefasst

Serie an Banküberfällen: Vier Verdächtige in Haft

Die Wiener Polizei hat einer Bankräuber-Bande das Handwerk gelegt, auf deren Konto sieben Überfälle in Wien, Salzburg und Graz im Vorjahr gehen dürften. Nach dem jüngsten Coup am 19. Oktober in Wien wurde die vierköpfige Bande gefasst, die anderen Überfälle den Tätern in weiterer Folge nachgewiesen. Der Schaden bewegt sich im niedrigen sechsstelligen Bereich, die Verdächtigen schweigen. Das Bundeskriminalamt prüft, ob es im Ausland ähnliche Fälle gab.

Die Serie begann Ende Juli in Wien -, und da zeigte sich auch der übliche Modus Operandi der „Viererbande“:

  • Zwei Räuber betraten am 30. Juli eine Bankfiliale am Wiener Alsergrund mit einer Pistole und bedrohten einen Angestellten. In diesem Fall mussten sie aber unverrichteter Dinge flüchten, da es sich um eine Servicefiliale ohne Kassenbereich handelte. Zumindest ein weiterer Beteiligter oder alle beide warteten mit einem Fluchtwagen vor dem jeweiligen Geldinstitut.
  • Erfolgreicher war die Bande am 7. August in der Leopoldstadt, dort flüchteten die beiden männlichen Räuber mit Beute.
  • Fünf Tage später schlugen die Räuber im Salzburger Stadtteil Liefering zu. Zwei Männer betraten ein Geldinstitut, bedrohten die Angestellten mit einer Faustfeuerwaffe, raubten Bargeld und flüchteten. Der Überfall brachte aber auch den Ermittlern weitere Erkenntnisse: Das Wiener und das Salzburger Landeskriminalamt ermittelten, dass die Räuber mit einem Auto geflüchtet waren und zumindest ein weiterer Komplize zu der Gruppe gehörte.
  • Am 18. August setzte die Bande ihre „Tour d‘Autriche“ in Graz fort. Wieder betraten sie zu zweit ein Geldinstitut im Bezirk Geidorf und flüchteten mit Bargeld in einem Auto. Auch der dritte Verdächtige trat dabei in Erscheinung. Ermittler des steirischen Landeskriminalamtes sicherten Fahndungsfotos der unmaskierten Verdächtigen, die in der Bank mit Mund-Nasen-Schutz getarnt waren.

Video: Bankräuber kamen mit Schutzmaske und Pistole

  • Am 19. Oktober schlug die Bande erneut in Floridsdorf zu. Diesmal kamen die Räuber wieder zu zweit in das Geldinstitut, bedrohten die Angestellten und flüchteten mit Geld. Sie waren diesmal aber nicht schnell genug. Den Polizisten war der Fluchtwagen mittlerweile bekannt, im Zuge der Fahndung stoppten Beamte der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) und des Einsatzkommandos Cobra das Auto und nahmen alle vier Verdächtigen darin fest.

Schweigen im Verhör
Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 32-jährigen Mann aus Österreich, einen 25-Jährigen aus der Russischen Föderation, einen 26-Jährigen aus dem Kosovo sowie um einen 23-jährigen Österreicher. Sie schwiegen bisher zu den ihnen zur Last gelegten Fakten.

Nur kleiner Teil der Beute sichergestellt
Weitere Ermittlungen des Wiener Landeskriminalamtes haben klare Hinweise auf das organisierte Vorgehen der Gruppe ergeben, so die Polizei. Sie meldeten unter anderem Handys mit einem gestohlenen Führerschein an. Bei den Überfällen waren sie stets mit einer Schutzmaske, einer Haube, einem Hut oder Kappe bekleidet. Von der Beute wurde nur ein kleiner Teil sichergestellt. Alle vier befinden sich in Haft.

Friedrich Schneeberger
Friedrich Schneeberger
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