16.03.2021 11:12 |

„Lücken füllen“

Biontech liefert zehn Mio. Impfdosen früher an EU

Hoffnungsschimmer in der jüngsten Aufregung um AstraZeneca und dem Wirbel um ungleiche Impfstoff-Verteilungen: Die EU kann vom Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristig weitere zehn Millionen Dosen Corona-Impfstoff früher bekommen, nämlich schon im zweiten Quartal. Damit seien von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit und fügte an: „Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist.“

Österreich und andere EU-Staaten hatten beklagt, dass die nun tatsächlich verfügbaren Corona-Impfstoffe nicht nach Bevölkerungszahl, sondern ungleich unter den EU-Staaten verteilt werden. Das liegt nach Darstellung der EU-Kommission daran, dass voriges Jahr nicht alle EU-Staaten alle ihnen angebotenen Impfstoffe gekauft haben. Wer zum Beispiel vor allem auf AstraZeneca setzte, ist nun von Lieferproblemen des britisch-schwedischen Herstellers besonders betroffen. Die zusätzlichen zehn Millionen Dosen von Biontech/Pfizer könnten helfen, den Konflikt zu entschärfen.

„Gibt Mitgliedsstaaten Spielraum, um Lücken zu stopfen“
„Diese vorgezogenen zehn Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen“, schrieb von der Leyen auf Twitter.

Lieferungen sonst erst im dritten oder vierten Quartal
Die EU-Kommission hatte zwei Verträge mit Biontech/Pfizer abgeschlossen: einen über bis zu 300 Millionen Dosen im vergangenen Jahr und einen weiteren über 200 Millionen Dosen mit der Option auf noch einmal 100 Millionen Anfang dieses Jahres. Diese Option auf 100 Millionen solle nun gezogen werden, hieß es aus der EU-Kommission. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, daraus zehn Millionen Dosen vorzuziehen, die sonst erst im dritten oder vierten Quartal bereitgestanden hätten.

Die EU-Staaten müssen nun noch zustimmen, dass die Option gezogen wird. Auch über die Verteilung der zusätzlichen Menge müssen sie sich einigen.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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