Jörg Dahlmann

„Kuschelnacht“, „Sushi-Land“: Sky-Star verbannt

Zuletzt hatte er auf Sendung etwa über eine „Kuschelnacht mit Sophia (Thomalla, Anm.)“ und von Japan als „Land des Sushis“ sinniert. Für seinen Arbeitgeber war das zu viel. Der Pay-TV-Sender Sky setzte seinen Star-Kommentator Jörg Dahlmann wegen „unsensibler und unpassender“ Wortspenden vor die Tür. Für Dahlmann selbst völlig unverständlich und „ein Sieg der sozialen Hater“.

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„Für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auf die Bank setzen“, hatte Jörg Dahlmann im Jänner bei einem Spiel von Union Berlin gemeint. Er spielte damit auf die Situation von Goalie Loris Karius an, der bei Union nur Nummer zwei ist. Karius und Thomalla sind seit geraumer Zeit ein Paar.

„Nullkommanull sexistisch“
Dahlmann kassierte einen Shitstorm, beteuerte in einem Entschuldigungsstatement, dass der Spruch „nullkommanull“ mit Sexismus zu tun hätte. Gegenüber der „Welt“ erklärte er gar, dass Thomalla den Spruch als Kompliment gewertet hätte.

„Land des Sushis“ zu viel?
Vorige Woche dann wieder ein Dahlmann‘scher Aufreger. Bei der Übertragung der Zweitliga-Partie zwischen Hannover 96 und Erzgebirge Aue witzelte er - anlässlich des ersten Tors von Hannover-Legionär Sei Muroya - über Japan als „Land des Sushis“. Das sorgte bei den Sky-Verantwortlichen offenbar für Magenverstimmung. Der TV-Sender erklärte, Dahlmann ab sofort nicht mehr einzusetzen. Begründung: Dahlmann habe sich „bei seinen Kommentaren nun mehrfach unsensibel und unpassend verhalten“, zitiert die „Welt“ einen Sprecher von Sky. Der Sender sei sich schließlich „seiner Verantwortung als Medienunternehmen bewusst“.

Dahlmann „sehr traurig“
Dahlmanns Vertrag mit Sky wäre im Sommer ohnehin ausgelaufen. Dass das Arbeitsverhältnis jetzt auf diese Weise beendet wird, ärgert den 62-Jährigen sichtlich massiv. Via Instagram wertete er die Entscheidung Skys als „Sieg der sozialen Hater“. Der „Sushi“-Sager sei ihm rassistisch ausgelegt worden. „Land der Sushis als Pseudonym für Japan. Ähnlich wie Land der Fjorde für Norwegen. Einige Leute haben daraus einen rassistischen Hintergrund gebastelt. Dass sich manch einer dem Diktat dieser Hater beugt, macht mich sehr traurig“, schreibt Dahmlann.

„Noch ein Dreher, noch einer“
Dahlmann gilt als wahre Institution in der deutschen Sport-TV-Berichterstattung, arbeitete im Laufe der Jahrzehnte für mehrere deutsche Sender. Unter anderem war es ihm gegönnt, das Zaubertor von Eintracht-Frankfurt-Magier Jay-Jay Okocha 1993 gegen Karlsruhe und Oliver Kahn zu kommentieren. „Noch ein Dreher, noch einer“, kam Dahlmann aus dem Staunen nicht heraus.

Bis auf Weiteres hat Jörg Dahlmann jetzt einmal zwangsweise Sendepause ...

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