07.03.2021 10:27 |

Dritter Tag im Irak

Papst gedachte in Mossul der Opfer des IS-Krieges

Papst Franziskus hat am dritten Tag seiner Irak-Reise der Opfer des Krieges gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gedacht. „Wenn Gott der Gott des Lebens ist - und das ist er -, dann ist es uns nicht erlaubt, die Brüder und Schwestern in seinem Namen zu töten“, sagte der 84-Jährige am Sonntag auf dem Kirchenplatz in Mossul, umringt von in Trümmern liegenden Kirchen. Der Tag stand ganz im Zeichen der christlichen Gemeinde, die Franziskus im Nordirak besuchte.

In den vergangenen Jahren erlangte Mossul traurige Bekanntheit in Zusammenhang mit der Herrschaft der IS-Terrormiliz. IS-Kämpfer hatten die Stadt 2014 in ihre Gewalt gebracht. Viele Christen flohen, weil ihnen der Tod drohte. 2016 bis 2017 eroberten irakische Kräfte die Stadt mit Unterstützung der internationalen Koalition zurück. In den schweren Gefechten wurde die Stadt stark zerstört.

„Unermesslicher Schaden angerichtet“
Mehrere Zeitzeugen berichteten am Sonntag über Verfolgung und Vertreibung während der IS-Herrschaft. Der Papst zeigte sich bestürzt angesichts der „grauenvollen Erfahrungen“. Ein „unermesslicher Schaden“ sei angerichtet worden. Muslime, Christen, Jesiden - alle zählten zu den Opfern. „Heute bekräftigen wir nichtsdestoweniger erneut unsere Überzeugung, dass die Geschwisterlichkeit stärker ist als der Brudermord“, so Franziskus.

Gewalt und Hass im Namen der Religion unzulässig
Im Anschluss sprach der 84-Jährige ein eigens für diesen Anlass verfasstes Gedenkgebet. Anklagende Worte gegen bestimmte Tätergruppen verwendete er nicht. Stattdessen betonte er mehrfach die Unzulässigkeit von Gewalt und Hass im Namen der Religion: „Wenn Gott der Gott des Lebens ist - und das ist er -, dann ist es uns nicht erlaubt, die Brüder und Schwestern in seinem Namen zu töten.“

Am Nachmittag wird Franziskus zu einer Messe mit bis zu 10.000 Gläubigen im Stadion der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil erwartet. Der Gottesdienst markiert den Höhepunkt seiner viertägigen Irak-Visite.

Franziskus ist der erste Papst, der den Irak besucht. Seine Reise wurde in den Medien deshalb als historisch bezeichnet. Am Samstag hatte er im Südirak den höchsten schiitischen Geistlichen des Landes, Großayatollah Ali al-Sistani, getroffen.

Quelle: APA/dpa

Martin Grob
Martin Grob
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