Sitzt jetzt in Haft

Räuber nach 17 Jahren doch noch erwischt

An den Überfall wird er sich vermutlich selbst nicht mehr so richtig erinnern können. Doch jetzt wurde ein heute 62-jähriger Oberösterreicher überführt, in Vorarlberg einen Geschäftsmann ausgeraubt zu haben. Spuren, zusammengetragen aus halb Europa, führten zum Landstreicher.

Ein brutaler Raubüberfall auf einen Geschäftsmann im Juni 2003 in Gaißau (Bez. Bregenz) ist nun aufgeklärt worden. „Cold Case“-Ermittlungen des Landeskriminalamts Vorarlberg und des Bundeskriminalamts in Wien führten zu einem 62-jährigen Oberösterreicher als Täter. Er ist größtenteils geständig, dem Unternehmer rund 3000 Euro geraubt zu haben. Der 62-Jährige ist im Dezember in Frankreich verhaftet worden, informierte die Polizei.

Abgepasst
Der Geschäftsmann, Inhaber einer Verputzerfirma, hielt sich am Abend des 19. Juni 2003 in einem Lokal in Gaißau auf. Weil ihm seine Geldtasche abhandengekommen war, bezahlte er die Zeche mit Firmengeld, das er bei sich trug - ein Bündel, das aus 15 Stück 200 Euro-Noten bestand. Der 62-Jährige wurde auf das Geld aufmerksam und raubte den Unternehmer nach der Sperrstunde vor dem Lokal aus.

Dazu schlug er dem Mann, der in seinem Auto saß, eine volle Bierflasche auf den Kopf und verletzte ihn mit Schlägen mit einem Brett und einem Kantholz schwer an Kopf und Gliedmaßen. Das neben seinem Auto liegende Opfer wurde kurz nach der Tat stark blutend und bewusstlos vom Wirt und einem weiteren Lokalgast entdeckt.

DNA in Schweiz führte zu Erfolg
Die damals angestrengten Ermittlungen und auch eine Ausstrahlung des Falls in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ brachten keinen Durchbruch. Anfang 2020 wurden erneut Ermittlungen aufgenommen. Vorhandene DNA-Spuren führten letztlich zum Erfolg. Interpol Bern berichtete im vergangenen Juni über eine Übereinstimmung des DNA-Profils mit einer polizeilich erfassten Person. Über weitere Abklärungen wurde der 62-Jährige ausfindig gemacht, der sich als Wander- und Gelegenheitsarbeiter, Obdachloser und Bettler durch verschiedene europäische Staaten durchgeschlagen hatte. Er wurde im Jänner nach Österreich ausgeliefert und sitzt jetzt in der Justizanstalt Feldkirch.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Sonntag, 18. April 2021
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