18.02.2021 09:01 |

Wegen Demo-Berichten

Weißrussland: Zwei Jahre Haft für Journalistinnen

Zwei junge Journalistinnen, die für den oppositionellen Sender Belsat TV berichten, sind am Donnerstag zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, Proteste gegen Staatschef Lukaschenko organisiert zu haben.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die 27-jährige Reporterin Katerina Bachwalowa und ihre 23-jährige Kollegin Daria Tschulzowa, die für den Fernsehsender Belsat mit Sitz in Polen arbeiten, waren am 15. November festgenommen worden. Sie hatten von einer Wohnung aus die gewaltsame Auflösung einer Demonstration gefilmt, die zu Ehren eines wenige Tage zuvor getöteten weißrussischen Oppositionellen stattfand.

Durch ihre Reportagen hätten die Journalistinnen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und materielle Schäden verursacht und damit „die öffentliche Ordnung schwer gefährdet“, erklärte die Staatsanwaltschaft beim Prozess in Minsk.

Massenproteste gegen Lukaschenko
In Weißrussland gibt es seit der Präsidentschaftswahl im August immer wieder Massenproteste gegen Staatschef Alexander Lukaschenko. Die Opposition beschuldigt ihn des massiven Wahlbetrugs. Die Sicherheitskräfte gingen mit großer Härte gegen die friedlichen Demonstranten vor. Nach Massenfestnahmen sind die Proteste inzwischen weitgehend verstummt.

Hunderte Journalisten verhaftet
Nach Angaben des weißrussischen Journalistenverbands BAJ wurden im Zuge der Proteste im vergangenen Jahr auch 477 Medienschaffende festgenommen. Die führenden Köpfe der Opposition sind entweder in Haft oder im Exil. Wegen des brutalen Vorgehens gegen Demonstranten verhängte die EU Sanktionen gegen Präsident Lukaschenko und seine Vertrauten.

Quelle: APA/AFP

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).