Illegale Dienste

Der große Frust beim Geschäft mit der Lust

Die weißen Bademäntel liegen im Eingangsbereich des Goldentime in Leonding griffbereit. Strohhalme stehen in Gläsern an der Bar. Joe Leber nimmt auf einem der Bar-Hocker Platz. 365 Tage im Jahr hat der Saunaclub normalerweise von 11 bis 4 Uhr geöffnet, nun ist das Haus seit Anfang November zu. „Wir haben im Vorjahr fünfeinhalb Monate geschlossen gehabt, das kann man nicht aufholen“, sagt Leber, der neben dem Saunaclub in Leonding auch noch den Goldentime-Standort in Wien betreibt, zudem den zum Laufhaus umgewandelten Napoleonhof in Haid führt. 

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Seine mehr als 100 Mitarbeiter hat er derzeit in Kurzarbeit, ein Wiederaufsperr-Termin ist ungewiss. Prognosen dazu abzugeben, hat er sich abgewöhnt, er winkt resignierend ab. Anders ist das, wenn Leber über die Entwicklung in der Sexbranche spricht, die durch die Corona-Situation befeuert wurde. Während Bordelle, Saunaclubs und Co. nach wie vor geschlossen bleiben müssen, nimmt die illegale Prostitution zu.

Für die Frauen nicht nur gesundheitlich riskant
Das Geschäft mit der Lust floriert trotz Corona - nun in von den Frauen angemieteten Wohnungen, in den eigenen vier Wänden der Kunden, aber auch in Hotelzimmern. „Das Ganze passiert in einem unpackbaren Ausmaß“, sagt Leber, „aber das, was dagegen gemacht wird, ist zahnlos“. Es fehlen die Ressourcen, es gäbe keine Handhabe dagegen, heißt es. „Wenn ich offen habe, dann haben sie immer die Ressourcen, es zu kontrollieren, was auch okay ist“, stellt der Mühlviertler fest.

Die Arbeit in der Illegalität bringe die Frauen auch in Gefahr – nicht nur gesundheitlich. „Die Mädels sind körperlich unterlegen“, sagt Leber, bei dem ständig Kunden nachfragen, ob seine Betriebe wieder geöffnet sind. Das Telefon steht nicht still. „Wir haben das Firmenhandy abgeschaltet, weil es ständig läutet, auch um zwei oder drei Uhr früh“, erzählt der 46-Jährige. Nachsatz: „Alle, die hier anrufen, gehen auf die nächste Plattform und buchen dort.“

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Sonntag, 03. Juli 2022
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