07.02.2021 12:51 |

Immer mehr Fälle

Sechs Katzenbabys am Hauptbahnhof beschlagnahmt

Wiener Tierschutzeinrichtungen warnen vor einer Zunahme des illegalen Tierhandels. „Wir gehen davon aus, dass derzeit rund 25 Prozent mehr Hunde angeschafft werden als in Nicht-Corona-Zeiten - ein Großteil davon kommt von skrupellosen Tierhändlern aus dem Internet“, warnte Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle, am Sonntag. Zuletzt wurden in der Nacht auf Samstag am Hauptbahnhof sechs Katzenbabys beschlagnahmt, die viel zu jung zum Verkauf bestimmt waren.

Ein slowakischer Staatsbürger war mit dem Zug unterwegs und transportierte die Kätzchen in einer Kiste - der Zielort war Zürich. In Wien wurde der Mann von der Polizei angehalten, die Amtstierärztin nahm die Tiere ab. „Die Kätzchen waren mit sechs Wochen viel zu jung, um von ihrer Mutter getrennt zu werden, auch die erforderlichen Gesundheitszeugnisse fehlten“, hieß es in einer Aussendung. Die Tiere werden nun im städtischen Tierquartier aufgepäppelt. Sobald sie alle erforderlichen Impfungen haben und gesund sind, werden sie an neue Tierhalter vermittelt.

Unseriöse Anbieter nutzen Grauzonen aus
Die Tierschutzombudsstelle beobachtet schon seit geraumer Zeit, dass sich Menschen derzeit vermehrt Haustiere anschaffen. Allerdings werden die Tiere auch bei unseriösen Anbietern gekauft, die gezielt rechtliche Grauzonen ausnutzen. Eines dieser Schlupflöcher ist die in Österreich geltende Ausnahmeregelung bei der grenzüberschreitenden Verbringung von Heimtieren. Bestätigt ein Händler, dass der Welpe seit Geburt keinen Kontakt zu wildlebenden Tieren hatte, kann er das Tier ohne Tollwutimpfung ins Land bringen.

Anpassung von Regelung gefordert
„Normalerweise wäre das erst mit wirksamem Tollwutschutz möglich, also frühestens ab einem Alter von 15 Wochen“, so Persy. „Mit dieser Ausnahme wird der Handel mit ganz jungen Welpen gefördert, was dazu führt, dass nicht nur zahlreiche Tiere, sondern auch die Österreicherinnen und Österreicher leiden, die verzweifelt versuchen, die kranken Tiere mit horrenden Behandlungskosten am Leben zu erhalten.“ Sie fordert daher eine Anpassung der Regelung an die in anderen EU-Ländern übliche Vorgehensweise - Verbringung nur mit gültigem Tollwutschutz.

Zitat Icon

Ich bitte Sie inständig: Lassen Sie die Finger von Welpen aus dem Internet und ersparen Sie den Tieren und sich unnötiges Leid.

Eva Persy, Leiterin Tierschutzombudsstelle

Persy appelliert an die Vernunft: „Ich bitte Sie inständig: Lassen Sie die Finger von Welpen aus dem Internet und ersparen Sie den Tieren und sich unnötiges Leid.“

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