28.01.2021 11:32 |

Abneigung nimmt zu

Regierungsmaßnahmen: Zustimmung bröckelt stark

Die Angemessenheit der Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird zunehmend kritisch gesehen. In einer Umfrage (15.-22. Jänner) des „Austrian Corona Panel Projects“ der Universität Wien bewerteten 36,1 Prozent der Befragten den Maßnahmenkatalog als „eher zu stark“ bzw. „zu extrem“ - der bisherige Höchstwert der negativen Bewertung seit Beginn der Pandemie. Zudem sind für fast 40 Prozent die Maßnahmen überhaupt nicht bzw. eher nicht effektiv.

Die Wissenschaftler des „Austrian Corona Panel Projects“ führen regelmäßig seit März des Vorjahres Befragungen (jeweils rund 1.500 Teilnehmer) zu Angemessenheit und Effektivität der von der Regierung verhängten Regelungen durch. Die Verlängerung des dritten Lockdowns ab 26. Dezember und die Verschärfung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise haben dabei zu einem signifikanten Rückgang in der positiven Bewertung der Regierungsmaßnahmen geführt. 19,1 Prozent der Befragten bewerten nun die Regeln als „zu extrem“, 17 Prozent als „eher zu stark“.

Video: Die Österreicher sind Lockdown-müde

Umgekehrt sank der Anteil der Befragten, die die Maßnahmen als „überhaupt nicht“ oder „eher nicht“ ausreichend bewerteten, auf 28,2 Prozent - Mitte Dezember lag er noch bei 33,4 Prozent. Angemessen beurteilen die Regulierungen 35,7 Prozent - auch das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Pandemie.

Effektivität ebenfalls kritisch gesehen
Die veränderte Stimmung zeigt sich auch bei der Frage nach der Effektivität der Maßnahmen: Seit August des Vorjahres wird diese zunehmend infrage gestellt und hat in der aktuellen Umfrage nun ein neuer Tiefststand erreicht. Nur noch 18,4 Prozent der Befragten bewerten die Regierungsmaßnahme noch als „eher“ oder „sehr“ effektiv. Umgekehrt bezeichneten 16,2 Prozent die Regelungen als „überhaupt nicht“ effektiv, 23 Prozent als „eher nicht“ effektiv. Für 42,5 Prozent der Befragten sind die Maßnahmen „teilweise“ effektiv.

Zitat Icon

Die Zahlen können „Ausdruck dafür sein, dass die Unterstützung in der Bevölkerung und ihre Beteiligungsbereitschaft zusehends abnimmt und durch die im Jänner verkündeten Maßnahmen noch weiter gedrückt wurden.

Sylvia Kritzinger und Fabian Kalleitner, Wissenschaftler

„Angesichts der Verlängerung des Lockdowns sowie der Verschärfung der Maßnahmen scheint diese kritische Bewertung wenig überraschend: Die bisherigen Maßnahmen haben für die Rückkehr zur ,Normalität‘ nicht ausgereicht. Die Effektivität der Maßnahmen wird dadurch zunehmend infrage gestellt“, schreiben Sylvia Kritzinger und Fabian Kalleitner im Blog des „Austrian Corona Panel Projects“. Die Wissenschaftler werten die Stimmung als „durchaus alarmierend“. Die Zahlen können „Ausdruck dafür sein, dass die Unterstützung in der Bevölkerung und ihre Beteiligungsbereitschaft zusehends abnimmt und durch die im Jänner verkündeten Maßnahmen noch weiter gedrückt wurden. Dem gilt es für die weiteren Krisenmonate mit transparenter Kommunikation entgegenzuwirken“.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 25. Februar 2021
Wetter Symbol