11.01.2021 06:00 |

Kindesabnahme in Wien

Ehefrau: „Er hat aus Verzweiflung gehandelt“

Völlig außer sich war ein 31-Jähriger, als ihm und seiner Frau (32) vom Jugendamt die Kinder abgenommen werden sollten. Er raste mit dem Auto los, rammte fünf Polizisten - wie berichtet, konnten ihn erst Warnschüsse stoppen. Jetzt sitzt er wegen mehrfachen Mordversuchs in U-Haft. Die Familie habe sich laut ihrem Anwalt zuvor nie etwas zuschulden kommen lassen.

Seit einiger Zeit lebt das Paar – die Mutter ist Österreicherin, ihr Mann aus der Dominikanischen Republik – nach einem Wohnungsbrand in dem Heim in der Döblinger Gunoldstraße. Samt vier kleiner Kinder, eines erst zwei Monate alt. Aufgrund von verpassten Kinderarztterminen und der unsicheren Wohnsituation entschied das Jugendamt, dem Pärchen den Nachwuchs abzunehmen – wegen Gefahr in Verzug, wie es heißt.

Polizeibus gerammt, fünf Polizisten verletzt
Das ließ der Kindsvater jedoch nicht auf sich sitzen. Er setzte sich ins Auto, rammte einen Polizeibus, flüchtete samt Polizist auf der Motorhaube. Nach einer wilden Verfolgungsjagd bis zur Nußdorfer Straße gab er nach drei Warnschüssen auf. Die traurige Bilanz: fünf verletzte Polizisten. Samstag wurde der Mann in U-Haft genommen.

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Sie haben einer stillenden Mutter das erst zwei Monate alte Kind direkt aus den Armen gerissen. Auch die anderen Kinder brauchen ihre Mama natürlich.

Rechtsanwalt Manfred Arbacher-Stöger vertritt die Familie

„Er hat niemanden mit Absicht angefahren“
Dass sich das Paar bisher weder strafrechtlich etwas zuschulden kommen ließ, noch Alkohol- oder Suchtprobleme habe, stößt Jurist Manfred Arbacher-Stöger sauer auf. Auch die Ehefrau sagt: „Er hat niemanden mit Absicht angefahren. Er hat wegen seiner Kinder aus Verzweiflung gehandelt.“

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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