30.12.2020 10:16 |

Robert Duvall ist fit

Don Corleones Consigliere wird 90 Jahre alt

Er spielte unter anderem mit John Wayne, Marlon Brando und Gregory Peck, war in den Rollen Tom Hagen („Der Pate“) oder des Colonel Kilgore („Apocalypse Now“) zu sehen. Nach mehr als 130 Film- und Fernsehrollen hat Robert Duvall längst noch nicht genug. Der Hollywood-Star, der am Dienstag (5. Jänner) 90 Jahre alt wird, will vom Ruhestand nichts wissen: „Ich bin immer noch für neue Dinge zu haben“, gab er in einem Interview zu Protokoll. Einzig nicht mehr ganz so viel Energie wie früher hätte er. Ein neuer Film („Hustle“) steht trotzdem schon in den Startlöchern.

Von Ruhestand will Duvall nichts wissen. „Ich bin immer noch für neue Dinge zu haben“, erzählte er im vorigen April im Interview der US-Zeitschrift „Cowboys and Indians“. Dabei räumte er lediglich ein, nicht mehr ganz so viel Energie wie früher zu haben. Zugleich schwärmte er von seinen alten Western-Rollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in „Der Marshal“ den berüchtigten Banditen Ned Pepper, ein Millionenpublikum kennt ihn aus der Western-Serie „Weg in die Wildnis“.

Eltern überredeten ihn zur Schauspielerei
Als Kind habe er viel Zeit auf der Farm seines Onkels im ländlichen Montana verbracht. Hätte er sich nicht für die Schauspielerei entschieden, wäre er bestimmt Cowboy geworden, erzählte Duvall. Der im kalifornischen San Diego geborene Sohn eines Admirals zog mit der Familie viel um. Seine Eltern hätten ihn zur Schauspielerei überredet.

Nach dem eigenen Militärdienst Mitte der 1950er Jahre studierte er in New York am Neighborhood Playhouse, zeitweise teilte er sich mit Dustin Hoffman eine Wohnung. Nach Broadway-Rollen gab Duvall 1962 sein Filmdebüt an der Seite von Gregory Peck, als Sonderling Boo Radley in dem Rassismusdrama „Wer die Nachtigall stört“.

Erste Nominierung als Consigliere
Die erste von sieben Oscar-Nominierungen holte er als angenommener Sohn von Vito Corleone (Marlon Brando) und Mafia-Anwalt Tom Hagen in „Der Pate“ (1972). Die nächste Oscar-Chance kam als durchgeknallter Lieutenant Colonel Kilgore, der in „Apocalypse Now“ zu Richard-Wagner-Musik Napalm-Angriffe fliegt, dann für das Melodram „Der große Santini“ als brutaler Marine-Pilot und Familienvater.

Mit 84 zum siebenten Mal im Oscar-Rennen
Im hohen Alter heimst Duvall auch noch Nominierungen für Preise ein. In dem Justizdrama „Der Richter - Sein wichtigster Fall“ bot er als schwierige Vaterfigur seinem Leinwandsohn Robert Downey jr. die Stirn. Für diese Altersrolle war er mit 84 Jahren im Oscar-Rennen - zum siebenten Mal in seiner Laufbahn. 2015 schrieb er damit als ältester nominierter Schauspieler Oscar-Geschichte. Diesen Ehrentitel machte ihm erst Christopher Plummer 2018 in „Alles Geld der Welt“ als damals 88-Jähriger streitig.

Duvalls Idol: Schauspielkollege Marlon Brando
Zu Recht war der Star in seiner Glanzzeit als „Hollywoods Chamäleon“ bekannt. Sein eigenes Idol: Marlon Brando (1924-2004), mit dem er sich in „Ein Mann wird gejagt“, „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ die Leinwand teilte. „Er war bahnbrechend“, schwärmte Duvall im Sommer im Interview von „We Are The Mighty“. Brando habe die Schauspielwelt umgekrempelt. Und wie Brando war auch Duvall als eigenwilliger Charakterdarsteller am Set gefürchtet. Mit seiner oft konservativen Sichtweise eckte er in Hollywood an.

Seit 2005 ist der kinderlose Schauspieler mit der gebürtigen Argentinierin Luciana verheiratet. Am 5. Jänner haben sie doppelten Grund zum Feiern: Duvall ist dann mit 90 auf den Tag genau 41 Jahre älter als seine Frau.

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