29.12.2020 10:18 |

Nicht gut gerüstet

WHO: „Müssen uns auf noch Schlimmeres vorbereiten“

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss sich die Weltgemeinschaft besser auf künftige Pandemien vorbereiten. „Das ist ein Weckruf“, so der Direktor für medizinische Notfälle, Michael Ryan, mit Blick auf die Corona-Krise. „Wir müssen uns auf etwas vorbereiten, das vielleicht noch heftiger ist.“

Auch der WHO-Experte Bruce Aylward mahnte zu einer erhöhten Wachsamkeit. Zwar seien seit dem Beginn der Corona-Pandemie große wissenschaftliche Fortschritte etwa bei der Entwicklung von Impfstoffen erzielt worden. Dennoch sei die „zweite und dritte Welle“ der Pandemie noch nicht unter Kontrolle. „Wir sind nicht ausreichend vorbereitet für die aktuelle (Pandemie), ganz zu schweigen von der nächsten“, so Aylward.

Lage „nicht außer Kontrolle“
„Diese Pandemie ist sehr schlimm“, schließt sich dem Ryan an. Das neuartige Coronavirus habe sich „extrem schnell“ in der ganzen Welt verbreitet. Ryan hatte sich vor wenigen Tagen auch zur neuen Virus-Variante geäußert und Maßnahmen zur Eindämmung der Mutation gefordert: „Selbst wenn das Virus sich nun ein kleines bisschen effizienter ausbreitet, kann das Virus gestoppt werden.“ Die Lage sei also „nicht außer Kontrolle“.

„Aber wir dürfen nicht aufgeben“
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, die Bemühungen im Kampf gegen das Coronavirus einzustellen. Es sei „gefährlich“, jetzt bei der Virusbekämpfung „aufzugeben“, man dürfe „nicht aufgeben“. Zwar räumte Tedros ein, dass sich nach monatelangem Kampf ein gewisses Maß an „Pandemie-Müdigkeit“ eingestellt habe, doch nur durch schnelles Handeln könne die Krankheit eingedämmt werden.

Ghebreyesus äußerte ebenso die Hoffnung, dass die Corona-Krise das Bewusstsein für künftige Gesundheitsrisiken geschärft habe. Auch er forderte größere Anstrengungen, um für die Abwehr künftiger Gefahren gewappnet zu sein.

2021 zum „Jahr der Heilung machen“
Auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres rief in seiner Neujahrsansprache dazu auf, 2021 zum „Jahr der Heilung“ zu machen: „Sowohl der Klimawandel als auch die Covid-19-Pandemie sind Krisen, die nur von allen gemeinsam angegangen werden können - als Teil eines Übergangs zu einer integrativen und nachhaltigen Zukunft“, so der 71-Jährige.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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