16.11.2010 10:14 |

Spuren-Paradies

Viele Hinweise im Fluchtauto der Bankomat-Knacker

Die Bankomat-Knacker mit den PS-starken Fluchtfahrzeugen - sind ihre Tage bereits gezählt? Weil das Quartett den Hals nicht voll genug kriegen konnte, ließ es sich zu gleich zwei Coups in einer Nacht in Niederösterreich hinreißen. Doch die zweite Operation ging ordentlich in die Hose. Und die Ermittler fanden mehrere Spuren im zurückgelassenen Pkw.

Ganz verhalten ging es los mit den Coups im heurigen Jahr. Zuerst am 21. Februar in Halbturn (Burgenland), dann schlugen sie am 8. April in Langau (Niederösterreich) zu. In den vergangenen Wochen jedoch ging es dann schon Schlag auf Schlag: 25. Oktober, 26. Oktober, 30. Oktober - und schon drei in diesem angebrochenen Monat. Das zeigt: Die Täter (ein bis drei operierende Banden) haben einen Modus operandi entwickelt, werden mutiger - und gieriger.

Wie berichtet (siehe Infobox), konnten die Täter vergangenen Samstag in einer Bankfiliale in Neudorf bei Staatz in Niederösterreich, die schon Ende September von der Bande heimgesucht wurde, mit dem neu aufgestellten Geldautomaten flüchten. Nur wenige Stunden später versuchte die Bande um drei Uhr in der Früh in Wildendürnbach im Bezirk Mistelbach, einen Geldautomaten aus der Bank zu rauben. Doch eine Augenzeugin schlug Alarm, die Täter entkamen - doch ohne Beute und ohne den Fluchtwagen (Bild) mit den gestohlenen Kennzeichen. Für die ermittelnden Kriminalisten ein wahres Spuren-Paradies.

Katastrophale Aufklärungsquote
Auf rund 20 Delikte und versuchte Taten kommen die Polizisten bisher. Die Aufklärungsquote freilich ist katastrophal: Erst ein einziger Vorfall in Vorarlberg konnte geklärt werden - und der hat mit der Profi-Arbeit im Osten des Landes nur sehr wenig zu tun. Zwar kopierte die Bande in Mäder die Vorgangsweise der noch unbekannten Bankomat-Knacker, doch bei der Durchführung passierte ihnen eine Panne nach der anderen. Schließlich mussten die Täter die Beute zurücklassen, weil Anrainer wach wurden. Später liefen die drei Täter den Polizisten beinahe direkt in die Arme.

von Michael Pommer und Christoph Budin (Kronen Zeitung) und krone.at

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