Weg statt Personalie

Analyse bei Rapid: Um Didi Kühbauer geht’s nicht!

Trainer Didi Kühbauer glaubt nicht, dass sein Weihnachtswunsch in Erfüllung geht. Bei Rapid ist jetzt eine Analyse wichtiger als eine Trainer-Diskussion. Das Frühjahr wird richtungweisend - als Vierter liegt man nur einen Punkt zurück. Eine Kolumne von „Krone“-Redakteur Rainer Bortenschlager.

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„Ich wünsche mir, dass Dinge fair beurteilt werden, nicht irgendetwas gesucht wird. Überall, wo mein Name drauf steht, will man ein Problem suchen. Ich bin nicht mehr der Trainer von vor zehn Jahren, ich habe mich entwickelt. Das wäre das schönste Weihnachtsgeschenk. Aber es wird nie passieren, das weiß ich auch, weil ich zu viel polarisiere. Warum auch immer.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Rapids Trainer Didi Kühbauer nach dem 1:0 gegen die Admira in die (kurze) Winterpause. Und mit dem Vorsatz, auch „nächstes Jahr keine Angriffsfläche bieten zu wollen“. Grinsender Nachsatz: „Das heißt aber nicht, dass es in Zukunft nicht mal wieder einen Auszucker gibt.“

Das ist ja auch in Ordnung. Don Didi ist authentisch, in seinen Adern fließt grünes Blut. Gut für Rapid, solch echte Typen braucht auch Österreichs Fußball. Nur wenn er sich so offensichtlich vor seine Mannschaft stellt, dann muss er berechtigte Kritik auch aushalten, darf sie nicht persönlich nehmen. So rieben sich auch schon Damir Canadi und Goran Djuricin auf. (Trainer-)Diskussionen bekommen in Hütteldorf ja schnell eine Eigendynamik. Und versperren den Blick auf eine fundierte Analyse. Das weiß Zoki Barisic. Der Sportchef bleibt ruhig. Jetzt geht es nicht um Didi. Er hat Vertrag bis Sommer, über eine Verlängerung wird man im Frühjahr entscheiden. Das reicht.

Keine Ausreden mehr
Ja, gegen Austria (1:1), Ried (3:4) und WSG Tirol (0:3) hat man leichtfertig Platz eins verspielt, von Salzburg wurde man im Cup demoliert, dazu das Aus in der Europa League. „Zeitweise bin ich mir vorgekommen, als wären wir im unteren Play-off“, wunderte sich Thorsten Schick über die vernichtende Kritik. „Aber in der Liga sind wir voll dabei. Abgerechnet wird erst am Schluss.“ Nur ein Punkt fehlt als Vierter zu Leader Salzburg. Trotz Umbruch, Verjüngung und Ausfällen - das ist okay. Im Frühjahr fallen Doppelbelastung und Ausreden weg, kehren Dejan Ljubicic und später auch Philipp Schobesberger und Christopher Dibon zurück.

Dann wird sich zeigen, was der Kader wert ist, was das Trainerteam herausholen kann. Angefangen bei den Torhütern über die Standards und eine erkennbare Spielphilosophie bis hin zum oft gepredigten Zusammenhalt. Das alles, der eingeschlagene Weg, muss jetzt in der Winterpause analysiert werden. Und nicht die Personalie Didi Kühbauer ...

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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