06.12.2020 18:11 |

Schulen bleiben zu

Wetterkapriolen und Rekord-Schneemengen im Süden

Sehr große Lawinengefahr mit der höchsten Warnstufe fünf und mehrere Schneewalzen, die in Osttirol zu Tal donnerten, enorme Neuschneemengen in Oberkärnten und Niederschlagsmengen teilweise im Rekordbereich - Frau Holle schüttelte auch am Sonntag ihre Bettdecken kräftig aus. Straßen- und Bahnsperren sowie Murenabgänge taten in den Regionen beider betroffenen Bundesländer ihr Übriges. Bis zur Wochenmitte sind weitere Schneefälle im Süden Österreichs zu erwarten, ab Montag dürfte sich die Lage aber etwas entspannen. Dennoch wird in vielen Schulen der betroffenen Regionen am Montag der Unterricht ausgesetzt.

Die massiven Niederschläge in Osttirol haben nun Auswirkungen auf den Schulbetrieb. In allen Schulen werde aufgrund der angespannten Wettersituation am Montag kein Unterricht stattfinden, teilte das Land Tirol mit. Dies gelte auch für das hintere Ötztal, hieß es.

In Oberkärnten werden ebenfalls einige Schulen und Kindergärten am Montag nicht öffnen. „Sicherheit geht vor“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Allerdings ist für Kinder, die dennoch kommen, Betreuung gewährleistet, hieß es am Sonntagnachmittag.

  • Folgende Schulen sind in Kärnten betroffen: Volksschulen Heiligenblut, Mörtschach, Großkirchheim, Winklern, Stall im Mölltal, Rangersdorf, Flattach, Mallnitz, Obervellach, Kötschach-Mauthen und Rennweg. Ferner gilt die Schließung für die Nationalparkmittelschule Winklern, die Mittelschule Obervellach, die Musik-Mittelschule Kötschach-Mauthen, das Bildungszentrum Lesachtal (Mittelschule mit Volksschulklassen) und die Mittelschule Rennweg.

Schnee in Rekordmengen
Nach erster Datenauswertung lagen die 24-Stunden-Neuschneemengen an einigen ZAMG-Wetterstationen in den betroffenen Gebieten Tirols und Kärntens im Rekordbereich. Eine „Bestmarke“ wurde sogar übertroffen. So hat es in Umhausen im Ötztal (1030 Meter Seehöhe) von Samstag auf Sonntag rund 80 Zentimeter geschneit, der Rekord für 24 Stunden lag dort bei 45 Zentimeter aus dem Oktober 2013. Gemessen wird hier seit 1956. In St. Jakob im Defereggental (Osttirol, 1283 Meter) lag am Sonntagvormittag eine Schneedecke von 110 Zentimetern.

Video: Schneemassen in Obertilliach

Auf den Bergen von Oberkärnten, Osttirol und im Bereich des Tiroler Alpenhauptkamms schneite es laut ZAMG von Freitag bis Sonntagfrüh rund 100 bis 150 Zentimeter, vereinzelt auch etwas mehr. Bis Montag kommen hier nochmals rund 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee dazu, so die Prognose. Der Föhnsturm erreichte am Sonntagvormittag auf den Bergen weiterhin mehr als 100 km/h.

Lawinen in Osttirol beschädigten Häuser
Die Lawinensituation in Osttirol ist derzeit sehr angespannt, es gilt die Warnstufe fünf. Nicht zu Unrecht: In Hopfgarten etwa bretterte am Sonntag eine Lawine ins Tal und zog mehrere Häuser in Mitleidenschaft, ein weiteres Schneebrett war in Prägraten am Großvenediger bereits am Samstagabend abgegangen. Personen wurden nicht verletzt.

Auch sonst hatten die Einsatzkräfte wegen der enormen Niederschläge im Bundesland an allen Fronten zu kämpfen: Stromausfälle (am Nachmittag waren es noch rund 2500 Haushalte, die ohne Versorgung waren), vereinzelte Murenabgänge und überflute Keller sowie Bahn- und Straßensperren.

Muren und Überflutungen in Kärnten
In Kärnten sorgten enorme Neuschneemengen im Lesachtal, im Gailtal und im oberen Mölltal für Straßensperren. Durch die in niedrigeren Lagen milderen Temperaturen kamen gleichzeitig einige Hänge ins Rutschen, Muren und Überschwemmungen sorgten für Straßensperren. SPÖ-Landesrat und Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner appellierte an die Bevölkerung in allen vom Wetter betroffenen Gebieten, in den Häusern zu bleiben.

Alle Einsatzfahrzeuge der Straßenmeistereien waren im Dauereinsatz, um der Niederschläge Herr zu werden. Fellner bat die Bevölkerung in Oberkärnten, sich an die Anordnungen der Einsatzkräfte zu halten, und appellierte: „Besteigen Sie keinesfalls die schneebedeckten Dächer, um sie freizuschaufeln!“

Wetterprognose verspricht leichte Entspannung
Bis zu Wochenmitte sind weitere Schneefälle im Süden Österreichs zu erwarten. Das geht aus der Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hervor. Die Details:

  • Eine nächtliche Störungszone zieht am Montag über den Nordosten ab und in vielen Regionen ist von Beginn an trockenes und tagsüber zeitweise sonniges Wetter zu erwarten. Nur in den Staulagen alpensüdseitig verdichten sich die Wolken rasch wieder, hier beginnt es am Nachmittag bei einer Schneefallgrenze um 900 Meter erneut zu regnen oder zu schneien. Der Wind bläst im Osten und im Bergland teils lebhaft aus Südost bis Süd. Die Frühtemperaturen erreichen je nach Wind minus zwei bis sieben Grad, die Tageshöchstwerte ein bis zehn Grad.
  • Das nächste Italientief wird am Dienstag bei uns wetterwirksam und weitere feuchte Luftmassen stauen sich an der Alpensüdseite. Besonders betroffen sind damit erneut Osttirol und Oberkärnten, wo bis zum Mittwoch wieder erhebliche Mengen Regen und Schnee zusammen kommen dürften. Die Schneefallgrenze liegt bei 600 bis 1100 Metern. Im Norden und am Alpenostrand bläst lebhafter Wind aus Südost. Das Thermometer zeigt in der Früh minus sechs bis plus fünf Grad von West nach Ost, am Tag höchstens null bis acht Grad.
  • Der Störungseinfluss von Süden her dauert am Mittwoch an. In weiten Teilen des Landes überwiegen die Wolken und zeitweise regnet oder schneit es, mit Schwerpunkt erneut im Südwesten und Süden. Die Schneefallgrenze liegt dabei zwischen 500 und 900 Meter Seehöhe. Nach Frühtemperaturen von minus drei bis plus drei Grad, folgen maximal ein bis sechs Grad am Tag.
  • Noch in der Früh zieht am Donnerstag die Störungszone nach Norden ab und das Wetter beruhigt sich vorübergehend. So klingen Regen und Schneefall auch ganz im Norden rasch ab und Restwolken lockern überall auf. Tagsüber stellt sich dann in vielen Regionen recht sonniges Wetter ein. Nur im Süden hält sich die tiefe Bewölkung hartnäckiger. Der Wind weht oft nur schwach und dreht tagsüber von West auf Südost bis Süd. Die Frühtemperaturen liegen zwischen minus sieben und plus zwei Grad, die Tageshöchstwerte zwischen ein bis und fünf Grad.
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