„Krone“-Kolumne

Rapid: Jetzt bröckelt das Orchester

Taxiarchis Fountas ist blockiert, auch Dejan Petrovic fällt länger aus, die Abwehr ist bei Standards lernresistent - das 3:4 in Ried offenbarte Rapids Baustellen. Jetzt bröckelt das Orchester. Eine Kolumne von Rainer Bortenschlager.

„Völlig unnötig“, stieß auch Zoki Barisic Rapids 3:4 in Ried sauer auf. Wobei der Sportchef auf Einzelkritik verzichtet: „Die Mannschaft ist wie ein Orchester, jeder Teil muss funktionieren.“ Die bisher starken Resultate in der Liga ließen die Warnungen von Trainer Didi Kühbauer über den (zu) kleinen Kader verhallen, jetzt aber bröckelt das Orchester, könnte es zerfallen - denn:

Bei Standards lernresistent
Bei den Standards ist man lernresistent, in Ried schlug es wieder zweimal ein. Woche für Woche wird über die Passivität geklagt. „Aggressiv in den Ball verteidigen, nicht nur im Raum“, fordert Abwehrchef Hofmann. Bezeichnend: Grahovac sprang bei seinem Eigentor nicht einmal hoch, Goalie Gartler klebte auf der Linie.

Dem Mittelfeld fehlt die Stabilität, auch die Dynamik von Ljubicic. Das war zu befürchten. Dass es aber schon in Ried - bei allem Respekt - so offensichtlich wird, ist ein Schock. Doch nicht nur der Kapitän muss noch wochenlang passen, auch Petrovic. Der Slowene laboriert am Pfeifferschen Drüsenfieber, ist im Jahr 2020 wohl kein Thema mehr. Die Hiobsbotschaft traf Rapid aus heiterem Himmel.

So verlor auch Ritzmaier in seiner defensiveren Not-Rolle viel von seiner offensiven Qualität. Das lag aber auch an seinen Vorderleuten - Stichwort Orchester:

Denn Fountas scheint sein Sportgips an der Hand mental zu blockieren. Er ging nicht unbekümmert in die Zweikämpfe, zog zurück. Aber das Handicap schleppt er noch länger mit. So fanden auch Kara und Demir nie ins Spiel, fehlte dem ganzen Team die Aggressivität.

Ein Duo kehrt zurück
„Verarbeiten, gut analysieren“, fordert Barisic. Der Dämpfer muss aus den Köpfen, über die noch acht (!) Spiele bis zur Winterpause kann man sich nicht irgendwie drüber retten. Zumindest mit Arase und Greiml ist am Donnerstag bei Dundalk wieder zu rechnen. Das Duo war verletzt vom U21-Team zurückgekommen.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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