17.11.2020 21:04 |

Situation in Wien

Corona: Nur zwei städtische Intensivbetten frei

Die Situation auf Österreichs Intensivstationen spitzt sich dramatisch zu. In den städtischen Spitälern Wiens waren am Dienstag von 150 Intensivbetten 148 belegt. Auch in anderen Bundesländern gibt es besorgniserregende Belegungszahlen. Zudem hat das Spitalspersonal auch mit immer mehr eigenen Infizierten zu kämpfen.

In den Spitälern des Wiener Gesundheitsverbunds sind aktuell 197 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtete eine Sprecherin am Dienstag der APA. Bei einem Personalstand von rund 30.000 und der oft sehr exponierten Situation der Betroffenen sei diese Zahl nicht sehr hoch, wurde versichert.

Zu den Intensivbetten merkte die Sprecherin an, dass zumindest kein Anstieg im Vergleich zum Montag zu verzeichnen sei. Gleichzeitig könne die Zahl der Intensivbetten weiter ausgeweitet werden - wobei hier dann jedoch planbare Eingriffe weiter sukzessive verschoben werden müssten. In Wien gibt es bei der Betreuung der Covid-19-Patienten einen stufenartigen Versorgungsplan, der neben den städtischen Spitälern auch die Ordens- und Privatspitäler umfasst. Letztgenannte verfügen noch über freie Kapazitäten.

Situation in Kärnten und Tirol angespannt
Auch in anderen Bundesländern steigt die Anzahl der belegten Intensivbetten. Die Situation in Tirol und in Kärnten ist angespannt. In Tirol waren mit Stand Dienstagvormittag 405 Covid-Patienten hospitalisiert, 68 von ihnen benötigten intensivmedizinische Behandlung. Im Bundesland stehen derzeit bis zu 200 Intensivbetten für alle Patienten zur Verfügung, 138 davon waren belegt.

Video: Spitäler im ganzen Land stoßen an ihre Grenzen

In Kärnten befindet man sich laut der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg teilweise auf Stufe 4 eines Fünf-Stufen-Plans. Die Kapazitäten für Covid-19-Patienten teilen sich auf die einzelnen Kabeg-Häuser auf. Im Klinikum Klagenfurt stehen 110 Betten zur Verfügung, im LKH Villach sind es 75, im LKH Wolfsberg 63 und im LKH Laas 20. Dazu kommen noch Corona-Betten in den Ordensspitälern und im privaten Krankenhaus in Spittal an der Drau. In Summe sind es in Kärnten 407 Betten, dazu kommen noch 60 Intensivbetten. Aktuell gibt es in Kärnten 367 Corona-Patienten in den Krankenhäusern, 34 von ihnen sind auf der Intensivstation.

„Schwierige Situation“ in Niederösterreich
Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur Niederösterreich sprach von einer „schwierigen“ Situation in seinem Bundesland. Jüngsten Daten der Landessanitätsdirektion zufolge werden in Niederösterreich 76 Covid-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt, es sind noch 109 Intensivbetten frei. 557 Corona-Patienten wurden auf Normalstationen gezählt, 463 weitere Betten stehen in diesem Bereich zur Verfügung.

In Vorarlberg wurden die Kapazitäten am Dienstag ausgebaut. Aktuell bedurften 39 von 192 stationär betreuten Covid-19-Patienten einer Intensivbehandlung, um vier Personen mehr als am Montag. Vorerst sind noch 16 Intensivbetten für alle Patientengruppen frei.

Die steirischen Kommunisten wollten am Dienstag im Landtag in einer dringlichen Anfrage von Spitalslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) wissen, „wie knapp die Kapazitäten in den steirischen Akutkrankenhäusern“ seien. In der Steiermark waren am Dienstag von 149 Intensivbetten 105 belegt. Laut Bogner-Strauß könnten in den Akutkrankenhäusern noch weitere 13 Covid-19-Intensivbetten bereitgestellt werden. Dazu gebe es noch Kapazitäten für Kinder und Jugendliche unter den Covid-19-Patienten. In Häusern, die nicht zur steirischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) gehörten, seien weitere sieben Betten vorgehalten. Für Nicht-Covid-19-Patienten könnten notfalls landesweit weitere 46 Intensivbetten aktiviert werden.

Keine freien Intensivkapazitäten in der Schweiz
Noch dramatischer ist die Corona-Situation in der benachbarten Schweiz (siehe oben). Dort gibt es laut der Schweizer Gesellschaft für Intensivmedizin für Erwachsene keine freien Intensivbetten mehr. Die Virologin Isabella Eckerle sprach am Dienstag in einem Tweet von den „Folgen verzögerter und halbherziger Maßnahmen“. Sie äußerte die Hoffnung, dass dies als Warnung für alle Nachbarländer dienen könnte.

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