15.11.2020 06:50 |

Kampf um guten Ruf

Johnny Depp: Lebemann ohne Zukunft

Das Hollywood-Drama Johnny Depp versus Amber Heard geht weiter. Der 57-Jährige kämpft nicht nur gegen sein Gerichtsurteil, sondern auch um seine Karriere. Eine große Rolle ist er bereits los.

Jawohl, Johnny weiß, was sein Nachname auf Deutsch bedeutet. Und oft machte er sogar Späße darüber, weil er Depp ganz treffend fand. Das Lachen ist dem Hollywood-Schauspieler aber mittlerweile saftig vergangen. Seit wenigen Tagen ist es nämlich amtlich: Britische Medien dürfen ihn als „Frauenschläger“ bezeichnen.

Niederlage vor Gericht, Kampf um Karriere
Ein Londoner Gericht hatte seine Verleumdungsklage gegen die „Sun“ zurückgewiesen und sah es als erwiesen an, dass er in der 15 Monate währenden Ehe mit Schauspielerin Amber Heard (34) übergriffig und tatsächlich handgreiflich geworden sei. Depp war fassungslos nach dem Verdikt, will Revision einlegen. Außerdem geht die Schlammschlacht der einstigen Liebenden nächstes Jahr in den USA in die Verlängerung. Bis zum Schluss-Urteil kann es also noch dauern.

Gar nicht zögerlich reagierte die Produktionsfirma Warner Brothers. Sie legte dem 57-jährigen Lebemann nahe, er möge seine Hauptrolle als fieser Zauberer Gellert Grindelwald in dem Harry-Potter-Ableger „Phantastische Tierwesen 3“ zurücklegen. Im Klartext heißt das: Johnny ist gefeuert, bekommt aber die volle Gage. Laut „Hollywood Reporter“ wolle man ihm lieber Millionen zahlen, als ein PR-Desaster zu riskieren. Depp nahm an, verkündete jedoch, dass dieses Ereignis „weder sein Leben noch seine Karriere definieren“ wird.

Wenn er sich mit dieser Einschätzung nur nicht irrt. Skandälchen schaffen durchaus Aufmerksamkeit und bringen Leute dazu, vermehrt ins Kino zu gehen. Doch das wüste Image des Leinwand-Helden ist für viele Filmemacher nicht mehr tragbar. Gewalt gegen Frauen - da hört sich für Studios und Casting-Agenten der Spaß auf.

Fans fordern: „Bringt Johnny zurück!“
Aber der verwegene Bursche mit Nuschelstimme, Goldzähnen und Torkel-Auftritten hat seine Fans. Und zwar ziemlich viele. Diese fordern nun in einer Internet-Petition: „Bringt Johnny zurück!“ Sie wollen ihn unbedingt als Bösewicht sehen, mittlerweile haben etwa 800.000 unterschrieben. Der Tenor klingt fast immer gleich: „NIEMAND könnte die Rollen, die Depp spielte, so darstellen wie er. Ohne ihn werden die Filme garantiert ein Flop.“

Das Netz kocht über mit Treueschwüren, moralisch haben seine Anhänger längst ein Urteil gefällt. Ihr Idol will auf jeden Fall um seine Reputation kämpfen: „Ich bin entschlossen, zu beweisen, dass die Vorwürfe gegen mich falsch sind.“ Bis dahin muss sich Depp Johnny dennoch mit seiner Frühpension abfinden.

Karin Schnegdar, Kronen Zeitung

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