06.11.2020 22:31 |

Nerven liegen blank

FPÖ Burgenland kürt Petschnig zu neuem Parteichef

Im Corona-Lockdown - und deshalb mit entsprechenden Vorkehrungen wie Abstandhalten und Maskenpflicht - hat die FPÖ Burgenland beim Landesparteitag am Freitagabend in Güssing einen neuen Parteivorsitzenden gekürt. In einer Kampfabstimmung setzte sich der geschäftsführende Parteiobmann Alexander Petschnig mit 52 zu 48 Prozent gegen den früheren Klubobmann Geza Molnar durch. Für Petschnig hatten 75 Delegierte votiert, Molnar gaben 69 die Stimme.

Die Wahl war notwendig geworden, da der wegen einer Covid-Erkrankung nicht in Güssing anwesende Bundesparteiobmann Norbert Hofer seine Funktion als Landesparteichef zurückgelegt hatte. Vor der Wahl hatten sich einige der 147 anwesenden Delegierten in ihren Wortmeldungen kaum ein Blatt vor den Mund genommen.

Parteispitze zwischen Frust und Kritik
Die Parteispitze und die beiden Kandidaten bekamen zwischen Frust und Kritik einiges ab. Das Schiff der FPÖ sei träge geworden, die FPÖ Burgenland liege „angezählt am Boden“, von den Jungen werde „keine Basisarbeit“ geleistet - aber „beim Intrigieren“ seien sie da, lauteten einige Befunde. Die meisten Redner schlossen jedoch mit versöhnlichen Worten und Appellen zur Zusammenarbeit.

Vor der Kampfabstimmung hatten beide Kandidaten die Gelegenheit, ohne Zeitbeschränkung zu den Delegierten zu sprechen. „Uns ist der Schmäh ausgegangen“, nicht wenige in der Partei seien müde und enttäuscht, setzte Molnar zu einer Analyse der Situation in der FPÖ Burgenland an und appellierte ebenfalls an den Zusammenhalt in der Partei.

„Ich sehe das als Arbeitsverweigerung“
Petschnig griff Molnars wegen dessen Arbeit für den Landtagsklub an: Molnar habe in der parlamentarischen Arbeit nach der Landtagswahl 2020 „null“ Redebeiträge geliefert und keine Anfrage gestellt. „Ich persönlich sehe das als Arbeitsverweigerung.“ Er, Petschnig, habe hingegen außerdem finanzielle Verantwortung übernommen. Der Landtagswahlkampf habe „Daumen mal Pi“ eine halbe Million Euro gekostet. Den Wechsel hätten Tschürtz und er unterschrieben und sonst niemand.

Die Wahl zum Landesparteiobmann nahm er an. „Es beginnt heute für uns alle ein sehr schwerer Weg“, sagte Petschnig zu den Delegierten. Es gelte, über viele Verletzungen und über viele Gräben hinwegzusehen. Das sei die gemeinsame Aufgabe. Seine Tür sei immer offen: „Meine Hand ist immer ausgestreckt für alle, die konstruktiv arbeiten wollen“, betonte der frisch gekürte Parteiobmann.

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