04.11.2020 13:17 |

„Albtraum wird wahr“

US-Wahlchaos verschreckt Anleger an den Börsen

Das sich abzeichnende Chaos um die Präsidentenwahl in den USA führt zu heftigen Marktturbulenzen an Europas Börsen. Da sich - wie es zurzeit aussieht - ein knappes Ergebnis ankündigt, befürchten Experten, dass es nach der Wahl zu Klagen kommen könnte und am Ende von einem Gericht entschieden wird, wer tatsächlich Präsident wird. „Wir erleben, wie eine Albtraum-Situation wahr wird, denn jetzt geht es um juristische Kämpfe“, sagte ein Analyst vom Brokerhaus Avatrade.

Obwohl aus vielen wichtigen US-Bundesstaaten noch keine endgültigen Ergebnisse vorlagen, erklärte sich Präsident Donald Trump bereits zum Wahlsieger, ohne dafür Belege zu liefern. Zugleich sprach Trump von Betrug an den Wählern und kündigte an, er werde den Obersten Gerichtshof bitten, die Auszählung der Stimmen zu stoppen.

Dollar auf Achterbahnfahrt
Im Vorfeld der Wahl hatten die Anleger noch überwiegend auf einen Sieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden gesetzt, nun wetteten Börsianer zunehmend auf eine zweite Amtszeit von Trump. Dass das Kopf-an-Kopf-Rennen viel enger ist als in Umfragen vorhergesagt, führt zu Unsicherheit und wilden Marktschwankungen. Der US-Dollar ging auf Achterbahnfahrt, Euro und Pfund gaben zeitweise kräftig nach.

Europas Bankwerte unter Druck
Eine wochenlange Hängepartie aufgrund von gerichtlichen Auseinandersetzungen um den Wahlsieg wurde allgemein als ungünstigstes Szenario für die Märkte angesehen. Der weiterhin ungewisse Ausgang trieb Anleger vorerst in die als sicher geltenden Staatsanleihen. Das Chaos bei den Wahlen setzte in Europa vor allem Bankwerte unter Druck. Analysten der Deutschen Bank äußerten die Befürchtung, dass es womöglich noch Tage oder sogar Wochen dauert, bis ein endgültiges Wahlergebnis vorliegt.

Windkraftfirmen hoffen auf Biden
Auch die Aktien europäischer Windkraftfirmen gingen in die Knie. Auf die Stimmung drückte vor allem, dass Trump für eine weitere Amtszeit im Weißen Haus bleiben könnte. Für den Fall eines Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden hatten viele Anleger auf einen Ausbau der erneuerbaren Energien gewettet. Biden hatte zwei Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) an Investitionen für den Abschied von fossilen Brennstoffen in der Energieerzeugung bis 2035 in Aussicht gestellt.

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