11.10.2020 13:46 |

Vandalenakt verurteilt

Kärntner Denkmal beschmiert: Feuerwehr kam putzen

Einen Tag nach den Feierlichkeiten zum 10. Oktober ist die „Stätte der Kärntner Einheit“, ein Denkmal im Klagenfurter Landhaushof, beschmiert worden. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie die Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen verurteilten die Aktion der unbekannten Täter von der Nacht auf Sonntag schärfstens. Nicht nur mit Worten, sondern auch Taten reagierte die Klagenfurter Berufsfeuerwehr: Nachdem man Bilder des Vandalenaktes auf Facebook gesehen hatte, rückten acht Feuerwehrmänner zum Putzen an.

„Wir kennen uns damit recht gut aus und haben für solche Schmieraktionen eigene Putzmittel“, berichtet Brandrat Helmut „Luigi“ Unterluggauer von der Berufsfeuerwehr Klagenfurt gegenüber der Kärntner „Krone“. „Ich habe gleich meine Kameraden alarmiert, als ich auf Facebook die Verwüstung gesehen habe.“ Acht Kameraden rückten mit Bürsten, Besen, Putzlappen und anderen Putzutensilien an und konnten noch bis zu den Mittagsstunden fast alles entfernen.

Am Montag wird dann noch ein Maler die letzten Reste übermalen und ein Steinmetz für die Feinheiten sorgen, dann dürfte die „Stätte der Kärntner Einheit“ im Klagenfurter Landhaushof wieder in würdigem Glanz erstrahlen.

Kaiser: „Zeichen von maßloser Dummheit“
Kärntens Landeshauptmann Kaiser, der die Beschmierungen am Sonntagvormittag auch persönlich in Augenschein nahm, reagierte bestürzt: „Ich verurteile diesen Vandalenakt auf das Schärfste, nicht nur als Landeshauptmann, sondern auch als Mensch, denn das ist ein Zeichen für Radikalismus und in diesem Fall auch von maßloser Dummheit“, so Kaiser in einer Aussendung.

Auch Bernard Sadovnik von der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen verurteilte die Beschmierung: „Solche Aktionen stehen für Radikalismus, die aber in einem gemeinsamen Kärnten und Europa keinen Platz haben dürfen.“ Extremismen und Sachbeschädigungen, „wo auch immer“, seien umgehend zu verurteilen und „sollen uns noch mehr für den Weg des Dialogs und des Miteinanders ermutigen“, betonte Sadovnik in einer Aussendung.

Van der Bellen: „Vandalenakt ist scharf zu verurteilen“
Bundespräsident Van der Bellen, der sich in seiner Rede beim Festakt „100 Jahre Kärntner Volksabstimmung“ am Samstag für das „erlittene Unrecht“ entschuldigt hatte, kritisierte am Sonntag die Beschmierung vehement. „Der heutige Vandalenakt in Klagenfurt ist scharf zu verurteilen“, erklärte er via Twitter: „Kärnten ist in den letzten Jahren einen Weg der Versöhnung gegangen. Die Kärntnerinnen und Kärntner haben gemeinsam viel erreicht. Diesen Weg des Gemeinsamen sollten sie unbeirrt weitergehen.“

FPÖ setzte Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus
Ebenso verurteilt wurde die Aktion vom Kärntner FPÖ-Landeschef Gernot Darmann. Die FPÖ Kärnten setzte eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ermittlung der Täter aus.

Mit aufgesprayten Worten und Symbolen verunstaltet
Das Denkmal im Kärntner Landhaushof, das Mahnmal zugleich ist, war nach den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung in der Nacht auf Sonntag beschmiert worden. Es wurde mit den Worten „Smrt fasizmus“, was übersetzt „Tod dem Faschismus“ bedeutet, sowie mit aufgesprayten Hammer-und-Sichel-Symbolen verunstaltet. Die Polizei ermittelt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).