Heute Länderspiel

Holzhauser & Co.: Neue Chancen für neue Gesichter

18 Spieler ließ Franco Foda in seinen bisherigen 24 Länderspielen als österreichischer Teamchef debütieren - weitere vier könnten heute beim Test in Klagenfurt um 20:30 Uhr (live im krone.at-Ticker) gegen Griechenland hinzukommen. Sasa Kalajdzic, Raphael Holzhauser, Marco Friedl und Maximilian Ullmann wollen sich erstmals ins Team-Rampenlicht spielen, Kapitän Julian Baumgartlinger weiß: „So ein Spiel ist immer eine neue Chance für neue Gesichter!“

Sasa Kalajdzic (23): Der „Aufsteiger“
Beim ÖFB kam er bisher in der U21 zu sechs Einsätzen. Im A-Team muss er aber vorerst noch auf sein Debüt warten. Obwohl es heute für Stuttgart-Stürmer Sasa Kalajdzic zum großen Tag kommen könnte. „Ich bin es noch nicht gewohnt, auf einem so hohen Niveau zu spielen. Wichtig ist, dass ich es nach meinem Kreuzbandriss mit der Belastung nicht überstürze“, meint der 23-jährige Wiener.

Dabei hätte der Start für den 2-m-Mann in der Bundesliga nicht besser laufen können. In den ersten drei Spielen erzielte er drei Tore und könnte nun den Rekord von Fredi Bobic (fünf Treffer in den ersten fünf Partien) knacken. „Ein schönes Gefühl“, meint Sasa. Der vor vier Jahren noch für Donaufeld in Liga vier kickte. Und von seiner Kader-Nominierung wegen Handy-Problemen erst über die Verbandssekretärin die Nachricht mitbekommen hatte!

Auch wenn hinter seinem Einsatz wegen Leistenproblemen ein kleines Fragezeichen steht - „Kala“ fiebert dem Debüt fürs A-Team schon entgegen!

Lukas Schneider

Raphael Holzhauer (27): Der „Spätberufene“
Beim ÖFB war er in den Nachwuchs-Teams dabei, ehe er 2013 aus disziplinären Gründen bei der U21 eliminiert wurde - das Kapitel Nationalteam schien für Raphael Holzhauser damit beendet.

Jetzt, mit 27, folgte die nicht mehr erwartete Einberufung des einst „schlampigen Genies“. Mit 16 Jahren war er 2009 von Rapid zum Nachwuchs des VfB Stuttgart gewechselt, im Jänner 2012 debütierte er in der deutschen Bundesliga, es folgten eine Leihe zum FC Augsburg, drei Jahre bei der Austria, ein verpatztes Jahr bei Grasshoppers Zürich und der Wechsel in die zweite belgische Liga zu Beerschot.

Wo „Holzi“ aufblühte, den Klub in die erste Liga führte, aktuell ist man nach acht Runden Vierter, Holzhauser hält bei fünf Toren und fünf Assists. Den Lobeshymnen in Belgien („Rapha Magic“) folgte die Teamberufung („ein Supergefühl“), heute will er zeigen, was er drauf hat: „Ich bin körperlich robuster geworden, fühle mich im offensiven Mittelfeld sehr wohl, freue mich riesig auf das Spiel!“

Peter Klöbl

Marco Friedl (22): Der „Alab-Zwilling“
Beim A-Team war er schon öfters dabei, eine Länderspielminute war ihm aber noch nicht vergönnt - wird sich heute ändern, Marco Friedl, das verriet Teamchef Franco Foda bereits, wird gegen Griechenland sein Debüt feiern. Auch, weil der 22-Jährige aufgrund der Corona-Bestimmungen in Bremen danach in Nordirland und Rumänien nicht dabei ist

Marco Friedl - da denkt man an David Alaba, ähneln sich die Karrieren der beiden doch sehr. Beide wechselten in jungen Jahren zum Nachwuchs von Bayern, beide sind gelernte Linksverteidiger, gaben ihre Profi-Debüts beim Rekordmeister.

Der einzige Unterschied: Während Alaba nach seiner Leihe zu Hoffenheim zurückkehrte und Stammspieler bei den Bayern wurde, blieb Friedl nach seiner Leihe zu Bremen bei Werder. Wo er mittlerweile Stammspieler ist, wie Alaba auch in der Innenverteidigung spielt - der Tiroler sagt aber: „Ob ich innen, links oder rechts spiele, ist überhaupt kein Thema. Hauptsache, ich stehe auf dem Platz!“

Peter Klöbl

Maximilian Ullmann (24): Der „Marathon-Sprinter“
Beim ÖFB war er seit der U18 dabei, auch bei der U21-EM in Italien war er ein Fixpunkt links in der rot-weiß-roten Abwehr - daher kennt Max Ullmann viele seiner Mitspieler. Nur ein A-Team-Einsatz fehlt dem 24-Jährigen noch. Am Sonntag erfuhr der Rapidler von seiner (Nach-)Nominierung, jetzt will er die Chance nutzen: „Ich kann nur im Training aufzeigen. Es ist eine riesige Ehre für mich, macht mich extrem stolz. Bei der Heim-EURO bin ich ja noch als Fan im Stadion gesessen und habe mitgefiebert.“

Und sicher auch 100 Prozent gab. „Immer Vollgas, das zeichnet mich aus“, sagt Ullmann. Der in Hütteldorf als eine Art „Marathon-Sprinter“ gilt. Nie müde, nie verletzt, selbst englische Wochen steckt er anscheinend mühelos weg. Immer mit Kraft für 90 oder mehr Minuten. „Ich kann es mir eigentlich selbst nicht erklären. Ich achte auf die Regeneration, aber sonst mache ich nichts Besonderes.“ Und wie geht es ihm vor dem möglichen Team-Debüt? „Super, wie immer!“

Rainer Bortenschlager

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