28.09.2020 11:11 |

Zahlen steigen rasant

Merkel warnt vor 19.200 Corona-Infektionen pro Tag

Angela Merkel hat sich äußerst besorgt wegen der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland geäußert. „Wenn es so weitergeht, mit dem Trend, haben wir 19.200 Infektionen am Tag. Das ist dann wie in den anderen Ländern“, sagte die deutsche Bundeskanzlerin am Montag in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. 

Man müsse lokale Infektionsherde sehr deutlich angehen, sonst habe man zu Weihnachten Zahlen wie in Frankreich, sagte Merkel nach Informationen der „Bild“-Zeitung, die sich auf Teilnehmerkreise des CDU-Präsidiums beruft. Die Infektionszahlen in Europa seien besorgniserregend, wurde die Kanzlerin zitiert. Man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht wieder exponentiell stiegen.

„Wirtschaft am Laufen halten, Fußball sekundär“
Dabei müssten Prioritäten gesetzt werden. Die Wirtschaft müsse am Laufen gehalten werden, Schulen und Kindergärten offen bleiben. Fußball sei dagegen erst einmal sekundär. In Deutschland stieg die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden um 1192, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) Montagfrüh bekannt gab. Allerdings ist die Zahl zum Wochenanfang eher niedrig, weil nicht alle Gesundheitsämter über das Wochenende die Zahlen melden. Im Mittel hatten die Neuinfektionen in den vergangenen Tage um über 2000 zugelegt. 

Bielefeld: 900 Menschen nach Privatfeier in Quarantäne
Erst am Montag wurde bekannt, dass nach einer Familienfeier in Bielefeld Dutzende Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Da wegen der Feier an mehreren Schulen Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden mussten, befinden sich derzeit knapp 900 Schüler und Lehrer in Quarantäne.

Rüge für Berlin: „Es muss was passieren“
Am Dienstag will die Kanzlerin bei einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. Priorität hätten dabei Schulen, die Kindertagesstätten und die Wirtschaft. Merkel äußerte sich nach diesen Informationen in der CDU-Präsidiumssitzung besonders mit Blick auf die Lage der Wirtschaft besorgt. Sie äußerte zugleich Zweifel, dass die Berliner Landesregierung angesichts stark steigender Zahlen in der Hauptstadt ernsthaft versuche, Maßnahmen gegen die Ausbrüche einzuleiten. Merkel: „Es muss in Berlin was passieren.“

Söder fordert deutschlandweite Corona-Ampel
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte unterdessen - nach dem Vorbild Österreich - eine deutschlandweite Corona-Ampel. „Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Kern müsse die Einführung einer Warnampel für alle Bundesländer sein sowie Vorgaben, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wenn die Zahl der Infizierten bestimmte Grenzwerte überschreite, so Söder.

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