19.09.2020 13:49 |

Ampel-Kommission

Rot in Vorarlberg für Experte „nicht abwegig“

Der Vorarlberger Public-Health-Experte Armin Fidler, der das Land in der Corona-Kommission des Bundes vertritt, hält es für „gar nicht so abwegig“, dass in absehbarer Zeit einer der vier Vorarlberger Bezirke auf der Corona-Ampel rot aufleuchten wird.

In der Kommission sei „es ja so, dass wir zuerst einmal die rohen Fallzahlen hernehmen. Ganz einfach: Wie viele Fälle gibt es im Sieben-Tages-Trend bezogen auf eine Bevölkerung von Hunderttausend? Der Bezirk Dornbirn zum Beispiel, wenn wir die rohen Fallzahlen anschauen, wäre über 100 und damit rot“, so der Experte im Interview gegenüber Radio Vorarlberg. Allerdings würden für das reale Infektionsrisiko weitere Parameter herangezogen und durch „Risikoadjustierung“ der jeweilige Alarmwert modifiziert, so Fidler.

„Sind auf Hausverstand der Bevölkerung angewiesen“
Der Gesundheitsexperte machte kein Hehl daraus, über das Verhalten der Menschen besorgt zu sein: „Wir sind natürlich auch auf die Mitarbeit und den Hausverstand der Bevölkerung angewiesen. Also wenn‘s da Resistenzen gibt und Leute trotz dringender Empfehlung sich dagegenhalten, dann werden wir die Situation schwer in den Griff kriegen.“

Aus fachlicher Sicht sei er „manchmal natürlich frustriert mit Einzelheiten“ im Zusammenhang mit dem Instrument der Corona-Ampel. Die Bevölkerung erwarte sich „eine Risikoabschätzung, zu der es in Stein gemeißelte Maßnahmen geben muss. Das wäre wünschenswert, weil es Klarheit schafft. Aber leider Gottes ist das sehr, sehr schwer.“

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Ich habe das immer als seltsam empfunden, dass gerade zu einem Zeitpunkt, wo sich die Bevölkerung eigentlich an das Maskentragen gewöhnt hätte, man das wieder abgeschafft hat.

Armin Fidler

Die Politik hinke hier der Wissenschaft noch um Wochen nach. Fidlers Ansicht nach habe die Regierung zu schnell die Zügel wieder locker gelassen: „Ich habe das immer als seltsam empfunden, dass gerade zu einem Zeitpunkt, wo sich die Bevölkerung eigentlich an das Maskentragen gewöhnt hätte, man das wieder abgeschafft hat.“

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