Frust in Bäckerei

Mitarbeiter fehlen: „Niemand bereit zu arbeiten?“

Oberösterreich
30.08.2020 18:55

Knapp 373.000 Menschen sind derzeit in ganz Österreich arbeitslos. Arbeitssuchende gibt es dennoch nicht wie Sand am Meer - so zumindest der subjektive Eindruck von Aurelia Neudorfer. Die Oberösterreicherin betreibt zusammen mit ihrem Ehemann einen Bäckereibetrieb in Zell am Pettenfirst. Ihren Frust über mangelnde Bewerbungen ließ die Unternehmerin jetzt in einem Facebook-Posting ab - und traf damit offensichtlich den wunden Punkt vieler „Leidensgenossen“, aber auch den einiger Kritiker.

Seit Wochen sucht der Betrieb gleich mehrere neue Mitarbeiter in unterschiedlichen Positionen. „Eine einzige Bewerbung hatten wir bis jetzt“, ärgert sich Neudorfer in dem Posting über das mangelnde Interesse an den freien Stellen ihres Betriebes: „Ist denn niemand bereit, für sein Geld zu arbeiten?“ Vom AMS bekomme die Unternehmerin bei der Suche nach passenden Arbeitskräften zudem keine Hilfe. „Die sagen, dass es bei unseren Arbeitszeiten halt schwer ist, jemanden zu finden“, so die Unternehmerin im Gespräch mit krone.at.

„Frustrierend und man wird irgendwie wütend“
Zahlreiche User kommentierten den Beitrag, der bereits mehr als 14.000-mal geteilt wurde, und pflichteten der Unternehmerin bei. „Leider ist es bei uns Frisören nicht anders“, schreibt eine Userin. Auch eine weitere meint: „Wir sind ein Pflasterbetrieb und es geht uns genauso wie euch. Frustrierend und man wird irgendwie wütend.“

Aber auch kritische Stimmen sind in den Kommentaren zu finden. „Das Jobangebot richtet sich also an Leute, die das Geld nicht so dringend brauchen, aber Freude haben wollen. Diese Freude sollen sie auch am Wochenende haben und in der Früh keine Kinder zu versorgen haben. Da engt sich dann der Kreis der Interessierten schon ziemlich ein“, meint ein User.

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Man hat in den letzten Jahren auch das Gefühl bekommen, als sei eine Lehre alleine nichts mehr wert. Als müsste jeder studieren gehen. Aber es kann nicht nur Häuptlinge geben, es muss auch Indianer geben.

Aurelia Neudorfer

Dass ihr Beitrag auch auf Kritik stoßen werde, sei Neudorfer, die ihren Bäckern 2000 Euro netto bezahlt, vorab bewusst gewesen. „Es ist einfach sehr schwierig, jemanden zu finden, der zu uns passt. Man hat in den letzten Jahren auch das Gefühl bekommen, als sei eine Lehre alleine nichts mehr wert. Als müsste jeder studieren gehen. Aber es kann nicht nur Häuptlinge geben, es muss auch Indianer geben“, so die Bäckerei-Betreiberin.

Durch das Posting hätten sich nun aber bereits einige Interessierte gemeldet. „Das freut uns natürlich extrem“, hofft Neudorfer, bald neue Mitarbeiter in ihrem Team aufnehmen zu können.

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