07.08.2020 16:32 |

Beirut-Unglück

Zehn Feuerwehrleute werden zu tragischen Helden

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut trauert der gesamte Libanon um die zahlreichen Opfer der Katastrophe. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf 154, unter ihnen auch zehn Feuerwehrleute, die sich sofort nach der ersten - deutlich kleineren - Explosion auf den verhängnisvollen Weg in jene Lagerhalle machten, in der 2700 Tonnen des hochexplosiven Ammoniumnitrats gelagert wurden. Nun tauchte ein letztes gemeinsames Foto der Männer und Frauen auf, die nur kurze Zeit später während des Einsatzes am „Ground Zero“ Beiruts ihr Leben verloren.

Ein zehnköpfiges Team libanesischer Feuerwehrleute wurde zu Helden der Katastrophe. In den sozialen Netzwerken kursiert ein besonders tragisches Foto, das die Feuerwehrleute gut gelaunt auf dem Weg zu dem Einsatz zeigt, von dem sie letztlich nicht lebend zurückkehren sollten.

„Braut von Beirut“ unter den Opfern
Bisher konnte jedoch lediglich die Leiche einer Feuerwehrfrau geborgen und identifiziert werden. Bereits am Donnerstag fand die Trauerfeier für die 25-jährige Sahar Fares statt, die ihren Verlobten nächstes Jahr heiraten wollte. Von den Menschen im Libanon wird sie mittlerweile nur noch als „Braut von Beirut“ bezeichnet.

Feuerwehrleute starben im Einsatz
Im Internet kursieren auch Fotos von den Feuerwehrleuten beim Versuch, in das Warenhaus Nr. 11 einzudringen, um das dort ausgebrochene Feuer zu löschen. Kurze Zeit später sollte sich genau dort die folgenschwere Explosion ereignen. Ein Feuerwehrmann aus dem Einsatzteam hatte nicht einmal mehr Zeit, um seine Uniform anzuziehen. Auch der Kameramann, der das Foto geschossen hat, kam bei dem Unglück ums Leben.

Der Feuerwehrkommandant, der die zehn Feuerwehrleute zum Lagerhaus am Hafen von Beirut schickte, sagte in der britischen „Mail Online“: „Was kann man von jemandem sagen, der sich für die Sicherheit anderer opfert? Sie sind alle Helden und wir sind ihnen zu Dank verpflichtet.“

Rettungsteams suchen Überlebende
Drei Tage nach der verheerenden Explosion versuchen libanesische und auch internationale Rettungshelfer weiterhin, Opfer und Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Die offizielle Zahl der Toten liegt bei 154, rund 5000 Menschen wurden verletzt. Die Todeszahlen dürften noch weiter steigen, weil auf den Intensivstationen der Krankenhäuser viele Schwerverletzte um ihr Leben kämpfen. 

Martin Grob
Martin Grob
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