27.07.2020 08:00 |

Drama am Schrankogel

Verursachten Alpinisten Felssturz selbst?

Neue Details wurden zum Felssturz am Schrankogel bei Längenfeld bekannt, bei dem – wie berichtet – am Samstag ein deutscher Bergsteiger ums Leben kam und drei Begleiter verletzt wurden. Ein Stein, den möglicherweise ein Bergsteiger losgetreten hatte, löste den Felssturz aus. Die Staatsanwaltschaft erhält einen Bericht.

Zum Unglückszeitpunkt gegen 13.30 Uhr befanden sich neun Alpinisten am Ostgrat ein Stück unterhalb des Gipfels im Abstieg. Eine vierköpfige österreichische Gruppe war oberhalb einer deutschen Vierergruppe. Ein Österreicher, der keiner Gruppe angehörte, befand sich im Nahbereich seiner Landsleute. Laut den ersten polizeilichen Erhebungen dürfte sich in rund 3300 Metern im Bereich des letzten Alpinisten der österreichischen Gruppe ein Stein gelöst haben, der dann den Felssturz verursachte.

Die österreichische Gruppe warnte die weiter unten gehenden Deutschen auf der Stelle durch Zurufe. Deren Ausweichversuche scheiterten jedoch in der Folge.

300 Meter abgestürzt
Ein 46-jähriger Deutscher dürfte von einem großen Stein getroffen worden sein und stürzte ungefähr 300 Höhenmeter durch eine Rinne tödlich ab. Die drei weiteren Deutschen verletzten sich durch herabfallende Steine bzw. beim Ausweichen. Die Österreicher blieben zum Glück unverletzt.

„Bei der Route über den Ostgrat handelt es sich um wegloses, steiles Gelände mit losen, aufeinanderliegenden Steinen“, beschreibt Günter Schöpf, Ortsstellenleiter der Bergrettung Gries im Sulztal, die Gegebenheiten im Bereich der Unglücksstelle. „Es ist dort zudem sehr ausgesetzt.“

Auch im Vorjahr ein Toter
Der Schrankogel, mit 3497 Metern der zweithöchste Gipfel in den Stubaier Alpen, wird laut Schöpf relativ oft bestiegen. Im August des Vorjahrs hatte sich auf dem Berg bereits ein tödlicher Unfall ereignet. Ein Deutscher (51) war aus ungeklärter Ursache während des Abstiegs im Gipfelbereich abgestürzt.

Die Alpinpolizei führt Erhebungen zum Unfall vom Samstag durch und wird einen Bericht an die Staatsanwaltschaft senden.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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