14.07.2020 07:06 |

Binotto am Pranger

Spielberg-Desaster: Ferraris Teamchef vor Rauswurf

Ferrari hat beim zweiten Formel-1-WM-Lauf in Spielberg ein veritables Debakel erlebt. Ein von Charles Leclerc angezettelter Crash der beiden Scuderia-Piloten ruinierte am Sonntag schon in der ersten Runde das Rennen, ohne Punkt und frustriert zog das Team Richtung Budapest weiter. „Das war das schlimmste Ende für uns“, sagte Teamchef Mattia Binotto. Ihm droht nun das Aus bei Ferrari.

Die Italiener hatten für das zweite Spielberg-Rennen extra ein Upgrade-Paket mit neuem Frontflügel und neuem Unterboden vorgezogen, das eigentlich erst am kommenden Wochenende in Ungarn zum Einsatz kommen sollte. Doch einen Tag nach der turbulenten Regen-Qualifikation gab es weder für Leclerc noch für Sebastian Vettel eine Möglichkeit auszutesten, was in dem Paket steckt.

In der Vorwoche hatte sich Leclerc im offensichtlich unterlegenen Ferrari mit reichlich Glück noch auf den zweiten Platz hinter Sieger Valtteri Bottas geschummelt. Diesmal wollte es der von Startplatz 14 ins Rennen gegangene Monegasse mit der Brechstange erzwingen. In Kurve drei positionierte er seinen SF1000 im dichten Gedränge ganz innen, dieser hob dank der Kerbs ab und schleuderte gegen den Heckflügel des Autos von Vettel.

„Es ist schmerzvoll“, kommentierte Binotto den Doppel-Ausfall. „Es gibt nicht viel zu sagen“, konstatierte Binotto, „es ist einfach schade“. Speziell für ihn wird der Druck nun größer werden, wenn es auf wundersame Weise nicht rasch gelingt, die Performance des lahmenden Autos zu steigern. Auch unangenehme Fragen von der Konzernspitze warten auf ihn. „Es ist nicht die Zeit, Schuldige zu suchen, wir müssen weiterarbeiten“, blockte Binotto diese in Österreich noch ab.

Doch für den 50-Jährigen wird es nun eng. Fahren Vettel und Leclerc in den nächsten Monaten nicht mehrere Spitzenplätze heraus, war es das wohl für ihn am Saisonende. Die „Bild“-Zeitung zählt Binottos Versäumnisse auf, die ihm zum Verhängnis werden könnten.

Zum einen ist da die Motor-Affäre: Ferrari musste nach einer FIA-Untersuchung den Motor umbauen, es fehlt deshalb an Speed. Laut „Bild“ gibt es das Gerücht, dass die Scuderia in der vergangenen Saison nicht immer mit einem legalen Motor gefahren ist. Teamchef Binotto wäre dafür verantwortlich.

Auch beim Fahrer-Management schwächelt der Teamchef. Sebastian Vettel wurde im vergangenen Jahr als klare Nummer eins ausgerufen. Als Leclerc dann frech fuhr und Absprachen brach, blieb das folgenlos. Die Folge: Crash in Brasilien, nun erneut in Spielberg.

Binottos öffentlicher Schlingerkurs irritiert sein eigenes Team. Nach dem schwachen Qualifying überraschte er mit öffentlicher Kritik, nach dem Debakel am Sonntag folgten hingegen Durchhalteparolen. Auch das Aus von Sebastian Vettel bei Ferrari lässt Binotto schlecht dastehen. Er sprach selbst von einer „einvernehmlichen Trennung“, der Deutsche stellte das selbst richtig und seinen Teamchef damit bloß.

krone Sport
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